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Gauck: Müssen uns gewachsener Verantwortung bewusst sein

Bundespräsident Gauck: Müssen uns gewachsener Verantwortung bewusst sein

Der Bundespräsident besucht die entmilitarisierte Zone zwischen Süd- und Nordkorea. Für den Ex-Pastor aus der DDR ist das so etwas wie eine Zeitreise.

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Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt besuchen die entmilitarisierte Zone zwischen Süd- und Nordkorea.

Quelle: Wolfgang Kumm

Panmunjom/Seoul. Bundespräsident Joachim Gauck hat Deutschland angesichts der anhaltenden Teilung Koreas aufgerufen, seiner gewachsenen internationalen Verantwortung gerecht zu werden.

"Wir als ein befreites Stück Erde und Stück Europa, dürfen auch nicht einfach unseren Blick abwenden, wenn in anderen Teilen erst die Werte errungen werden müssen, auf denen unsere Gesellschaft ruht", sagte Gauck am Mittwoch bei einem Besuch der stark befestigten innerkoreanischen Grenze.

Deutschland mache sich gerade bewusst, dass es Verantwortung dafür trage, Krisenherde in der Welt zu verringern. Vor diesem Hintergrund müsse die Bundesrepublik ihre diplomatischen Möglichkeiten einsetzen, "um für Entspannung und für Fortschritte zu wirken", forderte Gauck.

Gauck zeigte sich tief beeindruckt von der angespannten Lage an der letzten Grenze des Kalten Krieges. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt ließ er sich von dem Leiter der Schweizer Delegation der Neutralen Überwachungskommission für den Waffenstillstand, Generalmajor Urs Gerber, die Lage in der schwer gesicherten entmilitarisierten Zone schildern. Zuvor hatte er die "Blaue Baracke" besichtigt, in der 1953 der Waffenstillstand zum Abschluss des Koreakriegs ausgehandelt worden war. Anschließend sprach Gauck von einem Gefühl wie bei einer Zeitreise.

Mitten durch die Häuser verläuft die Waffenstillstandslinie - faktisch die Grenze. In Panmunjom war 1953 der Waffenstillstand unterzeichnet worden. Völkerrechtlich befinden sich beide Staaten noch im Kriegszustand. Einen Friedensvertrag hat es nie gegeben. Am 38. Breitengrad stehen sich nach wie vor mehrere Hunderttausend Soldaten gegenüber. Zuletzt waren dort im August zwei südkoreanische Soldaten bei einer Landminenexplosion schwer verletzt worden.

Der Bundespräsident sicherte Südkorea die Unterstützung Deutschlands bei den Bemühungen zur Überwindung der seit 70 Jahren andauernden koreanischen Teilung zu. Sein Besuch habe das Ziel gehabt, den Südkoreanern "zu zeigen, dass wir an ihrer Seite stehen". Gauck ergänzte: "Es war für mich beglückend, zu erleben, wie viele Brücken es gibt. Nicht nur auf dem ökonomischen Sektor, sondern gerade auch auf dem wissenschaftlichen."

Zuvor hatte Gauck am Bahnhof Dorasan, der Endstation der von der Hauptstadt Seoul kommenden Zugtrasse, feierlich einen "Bahnsteig der Wiedervereinigung" sowie eine Ausstellung mit Exponaten und Schaubildern aus der deutschen und der koreanischen Teilung eröffnet. Darunter ist ein Stück der Berliner Mauer sowie ein Eisenbahnwaggon, der im innerdeutschen Grenzverkehr zum Posttransport nach Berlin eingesetzt worden war. Am Nachmittag wollte Gauck zu einem Staatsbesuch in die Mongolei weiterreisen.

dpa

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