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Brand in Wohnhaus mit Flüchtlingen

Migration Brand in Wohnhaus mit Flüchtlingen

In einem Mehrfamilienhaus in Woldegk mit deutschen und ausländischen Bewohnern ist ein Brand gelegt worden. Ein Mann und ein Mädchen mussten ins Krankenhaus. Der Staatsschutz prüft, ob es ein politisches Motiv gibt.

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Mehrfamilienhaus in Woldegk. Bei einem Brand in dem Haus mussten am Montagabend 35 Menschen ihre Wohnungen verlassen, darunter zehn Flüchtlinge.

Quelle: Stefan Sauer

Woldegk. Nach einer Brandstiftung in einem auch von Flüchtlingen bewohnten Mehrfamilienhaus in Mecklenburg-Vorpommern hat sich der Staatsschutz in die Ermittlungen eingeschaltet.

Geprüft wird, ob rechtsradikale oder ausländerfeindliche Motive dahinterstecken. Eine Polizeisprecherin sagte am Morgen in Neubrandenburg, konkrete Hinweise darauf habe es zunächst aber nicht gegeben.

Bei dem Feuer am Montagabend in Woldegk mussten 35 Menschen ihre Wohnungen verlassen, darunter zehn Flüchtlinge. Ein 76-Jähriger und ein 14-jähriges Mädchen kamen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

In dem Haus wohnen deutsche und ausländische Mieter. Einem Brandspezialisten zufolge gab es zwei Brandherde im Keller.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung. Dazu wurde eine achtköpfige Ermittlungsgruppe unter Beteiligung des Staatsschutzes gebildet.

Da der Qualm ins Treppenhaus zog, war den Bewohnern nach Angaben der Polizei der Fluchtweg abgeschnitten. Die Feuerwehr musste die Menschen über Drehleitern retten. Das Haus war zunächst unbewohnbar, so dass die Menschen in Notunterkünften untergebracht werden mussten.

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Nieszery, geht davon aus, dass der Anschlag einen rechtsextremistischen Hintergrund hat. "Sollte sich dieser Tatverdacht bestätigen, hätte der rechtsextremistische Terror eine neue, erschreckende Dimension bei uns im Land erreicht." Er erwarte von den Sicherheitsbehörden massive Untersuchungen zur schnellstmöglichen Aufklärung. "Wir brauchen endlich Ermittlungserfolge, um die Täter mit aller rechtsstaatlichen Härte zur Rechenschaft zu ziehen", sagte der Sozialdemokrat. "Spätestens mit diesem Angriff auf Leib und Leben von Menschen ist eine Grenze überschritten worden."

In Mecklenburg-Vorpommern wurden laut Innenministerium in diesem Jahr bereits etwa 40 politisch motivierte Straftaten im Zusammenhang mit Asylbewerberunterkünften erfasst, die meisten davon in den vergangenen drei Monaten. Darunter waren alleine vier Brandstiftungen - in Breesen, Boizenburg, Trassenheide und Friedland - sowie Sachbeschädigungen, Fälle von Volksverhetzung, Bedrohung, Beleidigung sowie das Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen. Nicht einmal in der Hälfte der Fälle wurden bislang Tatverdächtige ermittelt.

In Woldegk waren zehn Tage zuvor zwei Autos in Brand gesetzt worden. Der Fall wurde noch nicht aufgeklärt.

dpa

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