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Zahl der Erdbeben-Opfer in Ecuador auf 350 gestiegen

Erdbeben Zahl der Erdbeben-Opfer in Ecuador auf 350 gestiegen

Noch sind die Bergungsarbeiten nach dem schweren Erdbeben bei weitem nicht abgeschlossen. Die Stadt Pedernales wurde praktisch zerstört. Internationale Hilfe läuft an.

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Die Zahl der Toten, die dem Erdbeben in Ecuador zum Opfer fielen, beläuft sich mindestens auf 272. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Opfer weiter steige, da noch Menschen unter den Trümmern vermutet werden, erklärte Ecuadors Präsident Rafael Correa.

Quelle: Fredy Constante

Quito. Nach dem verheerenden Erdbeben in Ecuador ist die Zahl der Todesopfer auf 350 gestiegen. Die Zahl der Verletzten habe ebenfalls zugelegt, erklärte Sicherheitsminister César Navas im Fernsehsender Teleamazonas.

Staatschef Rafael Correa hatte am späten Sonntag von über 2000 Verletzten gesprochen. Inzwischen liefen Hilfsbemühungen aus Deutschland und anderen Ländern an. Besonders betroffen war die Küstenstadt Pedernales, in der nach Angaben der Behörden zwischen 60 und 80 Prozent der Gebäude einstürzten.

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Quito getroffen. Nach den Worten des Präsidenten handelt es sich um die schlimmste Katastrophe in Ecuador seit 67 Jahren.

In der besonders betroffenen Stadt Pedernales seien die Wasser- und Stromversorgung sowie die Telefonverbindungen größtenteils ausgefallen, berichtete die Nachrichtenagentur Andes. Auch die Städte Manta und Portoviejo sind schwer beschädigt worden.

Die Erdölraffinerie in Esmeraldas, 50 Kilometer nördlich von Pedernales, erlitt keine strukturellen Schäden, teilte Energieminister Rafael Poveda mit. Die Produktion sei aber vorläufig bis Abschluss einer gründlichen Untersuchung aller Anlagen eingestellt worden. Die Gas- und Erdölpipelines seien vom Beben nicht beschädigt worden. Ecuadors Wirtschaft ist stark vom Erdölexport abhängig.

Nach Angaben der Katastrophenschutzes gab es über 300 Nachbeben. Rund 10 000 Soldaten und 4000 Polizisten sind den Angaben zufolge bei Rettungsarbeiten im Einsatz. Die Regierung hat der betroffenen Provinz Manabí 47 Millionen Dollar (41 Mio. Euro) an Soforthilfe überwiesen. Die Europäische Union stellte eine Million Euro zur Verfügung.

Auch aus Deutschland lief die Hilfe an. Helfer des Organisationsbündnisses "Aktion Deutschland Hilft" reisten am Montag in das südamerikanische Land, wie das Bündnis mitteilte. Ziel sei zunächst, sich ein genaues Bild davon zu machen, was die Menschen am dringendsten benötigten. Weil viele Gebiete noch von der Außenwelt abgeschnitten seien, könne das genaue Ausmaß der Katastrophe noch nicht abgeschätzt werden. Auch die Johanniter haben nach eigenen Angaben über ihre Partnerorganisation ein Team in die Erdbebenregion geschickt. Das Deutsche Rote Kreuz hat ebenfalls Hilfe angeboten.

Mexiko, Chile, Kolumbien, Venezuela, Spanien und Kuba, unter anderen Ländern, haben Spezialisten in Bergungsarbeit und Hilfsgüter nach Ecuador entsandt.

Die mexikanische Regierung schickte 112 Rettungskräfte. Soldaten, Polizisten, Sanitäter, Hundeführer und Spezialisten des Zivilschutzes sollen bei den Bergungsarbeiten helfen. "Wir bleiben solange es nötig ist", sagte der Chef der Bundespolizei, Enrique Galindo. Seit dem schweren Erdbeben von 1985 mit rund 10 000 Toten gelten die Mexikaner als Spezialisten in der Bergung von Erdbebenopfern.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach der Regierung des Landes und den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Ein Team der Vereinten Nationen sei auf dem Weg in das südamerikanische Land.

dpa

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