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Verzweifelte Suche nach Überlebenden des Erdbebens in Ecuador

Erdbeben Verzweifelte Suche nach Überlebenden des Erdbebens in Ecuador

Aus den Trümmern in Ecuador werden immer mehr Tote geborgen - aber auch einige Überlebende. Mehr als 300 Menschen werden noch vermisst. Der Wiederaufbau dürfte lange dauern und Milliarden kosten.

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Eine beschädigte Straße in Punto Palmar. Die Opferzahl nach dem Beben in Ecuador steigt weiter.

Quelle: Jose Jacome

Quito. Nach dem Erdbeben in Ecuador sind bisher 424 Todesopfer geborgen worden. Überlebende werden noch aus den Trümmern gezogen. Die Rettungsmannschaften suchen unter Zeitdruck nach mehr als 300 Vermissten.

Mehr als 20 000 Menschen mussten in Notunterkünften untergebracht werden, wie der Katastrophenschutz des südamerikanischen Landes (SNGR) mitteilte. Weitere 4027 Menschen seien verletzt worden.

Das Sicherheitsministerium verbreitete am späten Montagabend (Ortszeit) auf Twitter und Facebook ein Video, auf dem zu sehen ist, wie Feuerwehrleute aus Ecuador und dem Nachbarland Kolumbien in der Stadt Portoviejo einen Mann retten. Mehr als 400 Helfer aus Mexiko, Kuba, Chile, Kolumbien, Spanien und der Schweiz nehmen an den Bergungsarbeiten teil, wie Außenminister Guillermo Long über Twitter bekanntgab. Auch aus Deutschland lief Hilfe an.

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Quito getroffen. Rund ein Drittel der Toten kam aus der 55 000 Einwohner zählenden Küstenstadt Pedernales, die größtenteils zerstört wurde. Auch die Städte Manta und Portoviejo wurden schwer beschädigt.

Die Verzweiflung der Angehörigen der noch Vermissten nimmt zu. Carlos Briones (55) suchte am Montag nach seiner Frau und seiner elfjährigen Tochter, mit denen er das Wochenende in einem Hotel in Pedernales verbrachte, berichtete die Zeitung "El Comercio". Das dreistöckige Haus direkt am Strand stürzte zusammen. Der Mann blieb unversehrt, weil er sich außerhalb des Gebäudes befand. Er hofft, dass seine Familie in einer Luftnische unter den Trümmern überlebt hat. Die Feuerwehrleute glaubten Lebenszeichen entdeckt zu haben. Sie kamen aber nur schwer und langsam durch die Betonplatten.

In einem anderen eingestürzten Hotel in Manta wurde eine Frau am Montag nach achtstündiger Arbeit von 20 Feuerwehrleuten aus den Trümmern lebend geborgen, wie die Zeitung "El Telégrafo" am Dienstag berichtete.

Von den 320 Vermissten, die das Rote Kreuz am Montag notiert hatte, konnten bislang nur 12 lebend gefunden werden. Facebook hat weltweit seine App Safety Check aktiviert, mit der Menschen, die gesucht werden, bekanntgeben können, dass sie sich in Sicherheit befinden. Unter den Opfern sind auch Ausländer, unter anderem aus den USA, Kolumbien, Kuba, Irland und Kanada.

Auf dem zwei Hektar großen Friedhof von Pedernales fehlt es an Raum für die Beerdigung der Opfer. Die Särge von Angehörigen werden übereinander bestattet. In der Kleinstadt sind bislang 132 Leichen geborgen worden.

Nach den Worten von Präsident Rafael Correa handelt es sich um die schlimmste Katastrophe in Ecuador seit dem Jahr 1949. Damals waren bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 im Zentrum des Landes mehr als 5000 Menschen gestorben. Correa ordnete nach örtlichen Medienberichten die Mobilisierung der Streitkräfte an, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen. Er verfügte demnach zudem, dass alle Trinkwasserhersteller des Landes ihre Produkte für Notfälle zur Verfügung stellen müssen.

Der Wiederaufbau werde nach ersten Schätzungen zwei bis drei Milliarden Dollar kosten, erklärte Correa am Montagabend. Es sei viel an erdbebensicheren Bauweisen zu verbessern. Nach dem verheerenden Beben in Haiti 2010 seien die Bauvorschriften in Ecuador verschärft worden, ältere Gebäude seien jedoch sehr anfällig, sagte Correa.

Die Regierung Ecuadors hat für die erste Woche nach dem Beben 160 Millionen Dollar (140 Mio. Euro) aus dem Katastrophenfonds bereitgestellt. Die Europäische Union stellte eine Million Euro zur Verfügung. Die Vereinten Nationen entsandten ein Team in das südamerikanische Land.

Mehr als 300 Nachbeben erschütterten weiterhin die Provinzen Manabí und Esmeraldas, wie das Geophysische Institut mitteilte. Am Montag war ein größeres Nachbeben der Stärke 5,4 auch in Quito spürbar.

Das Rote Kreuz rechne mit einem zweijährigen Einsatz, erklärte der Vorsitzende der Hilfsorganisation in Ecuador, Juan Cueva, wie die Nachrichtenagentur Andes meldete. Insgesamt seien zwischen 100 000 und 200 000 Menschen von dem Beben betroffen.

dpa

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