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Vermisste Kinder: Experten fordern schnelles Alarmsystem

Migration Vermisste Kinder: Experten fordern schnelles Alarmsystem

Wenn ein Kind vermisst wird, ist schnelles Handeln gefragt. Viele Menschen müssen umgehend an der Suche beteiligt werden. In Deutschland fehle aber ein modernes Alarmsystem, beklagen Experten.

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Seit Anfang dieser Woche gibt es die neue europaweite Plattform #missingkidsEU.

Quelle: Federico Gambarini

Hamburg/Mainz. Die Initiative Vermisste Kinder und die Opferhilfeorganisation Weisser Ring fordern ein schnelles, europaweites Alarmsystem zur Suche nach verschwundenen Jungen und Mädchen. Die Hamburger Initiative verwies auf das amerikanische System Amber Alert.

Auf diese Weise könnten in den USA innerhalb weniger Stunden nach Bekanntwerden eines Vermisstenfalls Notfallmeldungen über zahlreiche digitale Kanäle verbreitet werden. "In vielen unserer Nachbarländer sind solche Systeme erfolgreich eingeführt, in Deutschland hinken wir hinterher", sagte der Vorstand der Initiative, Lars Bruhns. Der heutige Internationale Tag der vermissten Kinder soll zur Diskussion über eine Verbesserung der Alarmsysteme beitragen.

Um vermisste Kinder zu retten, die womöglich Opfer einer Straftat geworden sind, sei ein schnelles Bekanntmachen des Verschwindens über möglichst viele Kanäle entscheidend, erklärte der Weisse Ring. Laut Bundeskriminalamt gibt es in Deutschland mit Stand vom 1. April diesen Jahres 1660 Fälle von vermissten Kindern unter 14 Jahren und 9401 vermisste Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Unter der europaweit einheitlichen Notrufnummer 116000 können sich Eltern rund um die Uhr an die Initiative Vermisste Kinder wenden, die eng mit den zuständigen Behörden zusammenarbeitet.

Seit Anfang dieser Woche gibt es auch die neue europaweite Plattform #missingkidsEU. Sie soll bei der Suche nach verschwundenen Flüchtlingskindern helfen. Das Portal ist in mehreren Sprachen, darunter Arabisch, Persisch und Türkisch, nutzbar. Vermisstenmeldungen können im Internet unter www.missingkids.eu aufgegeben werden.

Europaweit ist laut Europol der Verbleib von etwa 10 000 Flüchtlingen unter 18 Jahren ungeklärt. Der Internationale Tag der vermissten Kinder wird seit 1998 in 22 Ländern ausgerichtet. Seit 1983 wird der Tag in den USA begangen.

dpa

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