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Verkauf von Silvesterböllern gestartet

Jahreswechsel Verkauf von Silvesterböllern gestartet

Es läuft wieder: der Verkauf für Krach rund um Silvester. Seit Dienstag werden drei Tage lang Böller und Raketen in Deutschland verkauft. Der Handel rechnet mit stabilen Umsätzen.

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Aus Sicherheitsgründen und wegen möglicher Ängste sind in vielen Flüchtlingsunterkünften Silvester-Knaller und Raketen verboten. In der Asylbewerberunterkunft im baden-württembergischen Meßstetten hängt ein Verbotsschild.

Quelle: Felix Kästle

Berlin. Für Silvesterböller und -raketen wird seit Dienstag in Deutschland wieder tief in die Taschen gegriffen. Zum Start des offiziellen Verkaufs drängten sich viele Feuerwerksfreunde an den Auslagen.

Für die vergangene Silvesterknallerei gaben die Menschen in Deutschland 129 Millionen Euro aus. Der Verband der pyrotechnischen Industrie erwartet für den Jahreswechsel 2015/16 etwa den gleichen Umsatz. Käufer der Böller oder Raketen müssen mindestens 18 sein. Im Trend liegen nach Herstellerangaben seit einiger Zeit sogenannte Batterie- oder Verbundfeuerwerke, die nur einmal angezündet werden und dann viele Effekte abfeuern. Angesagt sei auch der Goldeffekt.

Beim Massenproduzent Weco zeigte man sich am Dienstagvormittag bereits beeindruckt. "Mit solch einem Ansturm auf unseren Werksverkauf hätten wir nicht gerechnet", sagte in Eitorf bei Bonn ein Sprecher des nach eigenen Angaben größten deutschen Anbieters von Feuerwerkskörpern. Bereits morgens um 4.00 Uhr warteten Kunden am Werksgelände auf den Start des Verkaufs zwei Stunden später.

Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern sagte am Dienstag, er hoffe auf einen Verkaufsrekord für Silvester-Feuerwerk: Denn grundsätzlich gelte die Regel, je mehr Probleme das alte Jahr gebracht habe, desto mehr werde Silvester geballert. Angesichts einer Vielzahl von Krisen und Katastrophen werde womöglich ausgelassen gefeiert. "Dann will man es so richtig krachen lassen."

Wichtig für die Verkaufszahlen von Raketen und Böllern ist aber auch das Wetter: Regen ist schlecht für das Geschäft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Waren bleibt das Feuerwerk eine Domäne des stationären Einzelhandels: Im Internet dürfen die meisten Feuerwerkskörper nicht verkauft werden. Viele Kracher werden auch bei Discountern wie Lidl oder Aldi verkauft.

Im Kaufhaus "Galeria Kaufhof" am Berliner Alexanderplatz hieß es, momentan sei der Verkauf ähnlich wie im Vorjahr. Viele decken sich demnach nachmittags oder an Silvester mit Feuerwerk und Böllern ein. Bei den Waren hat Geschäftsführer Torsten Kruse eine spezielle Zielgruppe gesichtet: "Vermehrt kaufen sie dann die Väter."

Eine YouGov-Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur hatte ergeben, dass Deutschland bei Silvesterböllern gespalten ist: 48 Prozent sehen sie eher positiv, für 43 Prozent überwiegen die negativen Seiten wie Lärm oder Schmutz. Die bis zum 31. Dezember angebotenen Waren müssen von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder einer vergleichbaren europäischen Behörde zugelassen sein. Abgebrannt werden dürfen sie laut Gesetz nur am 31. Dezember und 1. Januar.

Verboten ist das Abbrennen von Pyrotechnik in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern. Behörden warnen immer wieder vor gefährlichen, nicht geprüften, illegal eingeführten und selbst gebastelten Knallern.

Unter dem Motto "Brot statt Böller" rief das Hilfswerk Brot für die Welt zum Jahreswechsel wieder zu Spenden auf. "Wir machen damit ein Angebot für alle, denen Silvesterfeuerwerk mit Böllern und Krachern Unbehagen statt Vergnügen bereitet", sagte Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel. Die Aktion gibt es seit mehr als 30 Jahren. Dem Vorwurf der "typisch protestantischen Spaßverderber" hielt Füllkrug-Weitzel entgegen: "Wir denken nicht, dass es unserer Gesellschaft an Spaß oder Konsum fehlt."

dpa

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