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Unglücksbus bei Erfurt war zu schnell unterwegs

Unfälle Unglücksbus bei Erfurt war zu schnell unterwegs

Was zu dem schweren Busunglück bei Erfurt geführt hat, können die Ermittler noch nicht genau sagen. Sicher ist: Der Fahrer fuhr zu dem Zeitpunkt aber schneller als erlaubt. In der betroffenen Schule in Annaberg-Buchholz sitzt der Schock tief.

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Was zu dem schweren Busunglück auf der A4 bei Erfurt geführt hat, können die Ermittler noch nicht genau sagen. Sicher ist, dass der Fahrer zu schnell unterwegs war.

Quelle: Martin Schutt/Archiv

Erfurt/Annaberg-Buchholz. Der bei Erfurt schwer verunglückte Reisebus mit einer sächsischen Schülergruppe an Bord war zu schnell unterwegs. Gegen den 35 Jahre alten Fahrer aus Österreich werde wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Eine Auswertung des Fahrtenschreibers habe eine Geschwindigkeit von 119 Stundenkilometern ergeben, sagte Hannes Grünseisen, Sprecher der Erfurter Staatsanwaltschaft. Erlaubt ist Bussen auf Autobahnen maximal Tempo 100. Die genaue Ursache für den Unfall am Freitag sei damit aber noch nicht erklärt, betonte Grünseisen.

Der Bus war am Freitagnachmittag auf der Autobahn 4 in Richtung Dresden nach einem Überholmanöver nach rechts von der Straße abgekommen, in eine Böschung gefahren und umgekippt. Ein vierjähriger Junge starb, Dutzende Insassen wurden verletzt - 25 von ihnen so schwer, dass sie ins Krankenhaus mussten. Im Bus saßen Achtklässler aus Annaberg-Buchholz und ihre Betreuer. Sie waren auf der Rückfahrt von einer Sprachreise in England.

In der betroffenen Schule ging der Unterricht am ersten Schultag nach dem Busunglück nicht wie gewohnt weiter. Stattdessen waren Betreuung und Gespräche mit Psychologen und Seelsorgern für alle Klassen vorgesehen. Gegen Mittag wurden die Schüler nach Hause geschickt. "In jeder Klasse war die Verfassung anders, manche haben großen Gesprächsbedarf, andere lassen das Geschehene nicht so nah an sich heran", sagte der Geschäftsführer der evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge, Wolfram Günther.

Auch in den nächsten Tagen sollen die Jungen und Mädchen weiterhin psychologisch betreut werden. Bis Ende der Woche will die Schule zudem auf sämtliche Leistungskontrollen und Klassenarbeiten verzichten, der Unterricht wird verkürzt bis zum Mittag abgehalten.

Unterdessen laufen die Untersuchungen weiter. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Fahrer keinen Alkohol getrunken. Die vorgeschriebenen Pausen habe er eingehalten. Der Mann war am Samstag von Ermittlern vernommen worden. Zum Inhalt seiner Aussagen wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft keine Angaben machen. Einen Haftgrund gebe es nicht, so dass der Fahrer auf freiem Fuß bleibe, sagte Grünseisen.

Die Klärung der genauen Unfallursache wird demnach noch eine Weile dauern. Ein Gutachter hat die Spuren an der Unfallstelle analysiert und nimmt den Unglücksbus auf etwaige technische Mängel hin unter die Lupe. Das Gutachten werde erst in einigen Wochen oder Monaten vorliegen, hieß es. Zudem sollen weitere Zeugen befragt werden. Die Polizei hofft - neben Angaben der Businsassen - auf Hinweise anderer Verkehrsteilnehmer, die sich bei der Thüringer Autobahnpolizei melden können.

dpa

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