Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -7 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Tod bei Medikamententest offenbar durch toxischen Wirkstoff

Notfälle Tod bei Medikamententest offenbar durch toxischen Wirkstoff

Der Tod bei einem Medikamentenversuch in Frankreich sorgte für viel Aufsehen. Zumindest die Ursache scheint nun geklärt. Die toxische Wirkung eines Moleküls soll das Drama ausgelöst haben.

Voriger Artikel
Eingesperrte Frau bei Zwangsräumung in Rosenheim befreit
Nächster Artikel
Streit eskaliert: Großeinsatz der Polizei in München

Bei einem Medikamentenversuch im französischen Rennes hatte im Januar eine Versuchsperson schwere Hirnschäden erlitten und war gestorben. Das Unternehmen Biotrial hatte den Wirkstoff aus dem Schmerzmittelbereich für den portugiesischen Hersteller Bial getestet.

Quelle: Thomas Bregardis/Symbolbild

Paris. Der Tod eines Mannes bei einem Medikamentenversuch in Frankreich geht vermutlich auf die toxische Wirkung des getesteten Moleküls zurück.

Dies sei die nach aktuellem Stand wahrscheinlichste Hypothese, heißt es in einem von der nationalen Agentur für Arzneimittelsicherheit ANSM veröffentlichten Bericht eines Untersuchungsteams von Wissenschaftlern.

Bei dem Test des Wirkstoffes hatte im Januar im westfranzösischen Rennes eine Versuchsperson schwere Hirnschäden erlitten und war gestorben. Vier weitere Probanden mussten mit Beschwerden längere Zeit klinisch versorgt werden.

Das Unternehmen Biotrial hatte den Wirkstoff aus dem Schmerzmittelbereich für den portugiesischen Hersteller Bial getestet.

Laut Bericht hängt der tödliche Ausgang vermutlich mit der Ansammlung des Wirkstoffs im Hirn zusammen. Damit erklären die Wissenschaftler, warum sich der Unfall nach der Verabreichung von einer Dosis von 50 Milligramm an fünf Tagen nacheinander ereignete, nicht aber bei der doppelten Dosis in einem Test.

84 Menschen hatten den Enzymhemmer BIA 10-2474 demnach bereits

 

vor dem Unfall ohne Probleme geschluckt. 48 von ihnen erhielten eine Einzeldosis von bis zu 100 Milligramm. Anschließend bekamen Versuchsgruppen über je zehn Tage eine tägliche Dosis: Bei

 

Gruppe vier mit 20 Milligramm am Tag ging noch alles gut, bei Gruppe

 

fünf mit 50 Milligramm traten die Probleme auf.

Der Bericht spricht von einem beispiellosen Unfall, der "eindeutig mit dem getesteten Molekül zusammenhängt". Zwar scheinen laut der untersuchenden Wissenschaftler die allgemeinen Regelungen für Tests weitgehend eingehalten worden zu sein, doch wird zugleich ein Mangel an "gesundem Menschenverstand" kritisiert.

Zuvor hatte Frankreichs Gesundheitsministerin Marisol Touraine bereits "große Versäumnisse" beim Testlabor ausgemacht. Sie hatte den Testern vorgeworfen, nicht ausreichend über einen ersten erkrankten Probanden berichtet zu haben. Die Tests seien mit anderen Freiwilligen fortgesetzt worden, die nicht über den Vorfall am Vortag informiert worden seien. Auch die Medikamentenaufsicht ANSM ist aus Ministeriumssicht zu spät informiert worden.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.