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Smog-Alarm in Peking - WHO warnt und lobt

Umweltverschmutzung Smog-Alarm in Peking - WHO warnt und lobt

Der Smog in Peking löst einen Ansturm auf Luftreiniger und Atemschutzmasken aus. Zwei Millionen Autos dürfen nicht fahren. Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen. Alle hoffen auf Wind.

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Touristen in Peking tragen Masken, um ihre Lungen vor den alarmierenden Feinstaubwerten zu schützen. Medien und Bevölkerung sind kritischer gegenüber der immensen Luftverschmutzung. Es ist das erste Mal, dass in Peking die Smog-Alarmstufe «Rot» ausgerufen wurde.

Quelle: Wu Hong

Peking. Die erstmalige Ausrufung der Smog-Alarmstufe "Rot" in Peking ist aus Expertensicht ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit der Behörden im Umgang mit der Gefahr.

Während die Hälfte der Autos den zweiten Tag nicht fahren durfte und alle Schulen sowie Kindergärten geschlossen blieben, begrüßte der Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China, Bernhard Schwartländer, den Ausnahmezustand. Die höchste Warnstufe demonstriere, "dass Pekings Behörden die Luftqualität und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken sehr ernst nehmen".

Die Stufe "Rot" in der chinesischen Hauptstadt zeige ein "gefährlich hohes Niveau von Luftverschmutzung, die mehrere Tage bleiben wird". Es bestehe eine "ernste Gesundheitsgefahr". Kurzfristig könnten hohe Schadstoffwerte Gesundheitsprobleme wie Atemwegserkrankungen auslösen, die besonders eine Gefahr für junge und alte Menschen seien. Langfristig könne Smog Herzerkrankungen und Krebs wie etwa in der Lunge sowie chronische Atemwegserkrankungen verursachen, erläuterte der WHO-Experte.

Während des bis Donnerstagmittag geltenden dreitägigen Smog-Alarms werden nach offiziellen Angaben rund zwei Millionen Fahrzeuge von den Straßen geholt. Autos dürfen nur abwechselnd je nach Nummernschild an geraden oder ungeraden Tagen fahren. Auch wurden "einige" Fabriken angewiesen, ihre Produktion zu drosseln oder stoppen. Doch blieb unklar, welche oder wie viele Betriebe betroffen waren.

Während weiter eine Dunstglocke über der Metropole hing, schützten sich viele der 22 Millionen Pekinger mit Atemschutzmasken. Die paramilitärische Polizei (Wujing) rüstete auch die Wachsoldaten vor Botschaften und Regierungsbehörden mit solchen Masken aus. Der Smog löste einen Boom beim Verkauf von Luftreinigern aus.

"Wir verkaufen normalerweise 20 bis 30 Geräte im Monat - aber wir haben diese Woche allein mehr als 80 verkauft", sagte ein Unternehmer, der über die Online-Handelsplattform Taobao vertreibt, der Nachrichtenagentur Xinhua. "Ich habe mein ganzes Lager leer, aber Kunden können bestellen, und wir liefern innerhalb von zwei Wochen."

Solche Geräte kosten umgerechnet zwischen ein paar Hundert Euro bis 1700 Euro. Reißenden Absatz finden auch Geräte, die die gefährlichen Feinpartikel messen. Einige Läden erhöhten die Preise um 20 bis 30 Prozent angesichts der großen Nachfrage.

Der offizielle Luftindex lag am Mittwoch bei 281, was als "schwer verschmutzt" galt. Allein der tückische Feinstaub, der direkt ins Blut gehen und Krebs auslösen kann, erreichte laut US-Botschaft "gefährliche" 329. Das ist das Dreizehnfache des Grenzwertes der WHO. Besserung wird erst an diesem Donnerstag erwartet, wenn eine Kaltfront endlich Wind bringen soll, der die schlechte Luft wegblasen kann.

dpa

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