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Siebtes Opfer nach Hochwasser-Katastrophe

Wetter Siebtes Opfer nach Hochwasser-Katastrophe

Sieben Tote - und noch immer werden Menschen vermisst. Das verheerende Hochwasser hat in Niederbayern eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Es wird Monate dauern, bis alles aufgeräumt ist. Die Unwetter-Gefahr am Niederrhein ist derweil noch nicht vorbei.

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Stadtplatz in Simbach am Inn. Das Hochwasser hat im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn hat ein sechstes Todesopfer gefordert.

Quelle: Sven Hoppe

Simbach/Wesel. Nach dem verheerenden Hochwasser in Niederbayern ist die Zahl der Toten auf sieben gestiegen. Am Freitag starb nach Behördenangaben ein 72 Jahre alter Mann, der am Mittwoch aus dem Hochwasser gerettet worden war, dabei jedoch eine Herzattacke erlitten habe.

Erst am Donnerstagabend war in Simbach am Inn ein 65 Jahre alter Mann tot entdeckt worden. Nach vier Menschen wurde laut Polizei noch gesucht. Am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen hat sich die Lage im Hochwassergebiet etwas entspannt, doch drohen neue Unwetter.

In Niederbayern konnten Helfer in Simbach ein vermisstes Ehepaar retten. Der 81 Jahre alte Mann und seine 77-jährige Frau seien aus einem weiter überfluteten Keller geholt worden. Laut Polizei sind beide unversehrt.

Das Landratsamt Rottal-Inn hat Opfern der Flutkatastrophe bereits am Freitag Sofortgelder in Höhe von insgesamt 645 000 Euro ausgezahlt. Für diesen Samstag hat sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) im betroffenen Landkreis Rottal-Inn angekündigt.

Das Aufräumen geht weiter. Es werde Monate dauern, bis die Folgen der Flut beseitigt seien, hieß es. Bagger schoben meterhohen angeschwemmten Unrat weg. Feuerwehren saugten mit großen Spezialschläuchen Schlamm und Wasser ab. Anwohner griffen zur Schaufel. Taucher waren in überfluteten Kellern unterwegs. Die Stromversorgung war am Freitag weitgehend wieder hergestellt. Mit Hochdruck wurde an der Trinkwasserversorgung gearbeitet.

Ein Grund für die schweren Regenfälle, die am Mittwoch die Überschwemmungen ausgelöst hatten, ist geringer Wind gewesen. "Das Ungewöhnliche ist, dass wir schon längere Zeit in dieser Wetterlage sind. Die Luft ist vollgesogen mit Wasserdampf", sagte der Meteorologe Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in München. Gewitter und Regen verlagerten sich nur ganz langsam.

Auch in Belgien wüteten Unwetter. In den Ardennen wurde die Leiche eines Mannes gefunden, der seit Donnerstag vermisst wurde. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga wollte der Rentner Bienenstöcke in Sicherheit bringen und war vom Hochwasser überrascht worden.

Im Unwettergebiet am Niederrhein ging das Hochwasser zurück. Die Pegelstände an der die Dämme bedrohenden Issel waren seit der Nacht gesunken. Der Deich, der das sonst unscheinbare Flüsschen im Zaum halten soll, war an zwei Stellen kontrolliert geöffnet worden.

An anderer Stelle brach sich das Wasser am Freitag selbst eine Bahn und schoss auf einen Acker. Dies stelle jedoch keine Gefahr dar, weil es in unbewohntem Gebiet passiert sei, sagte ein Sprecher des Krisenstabs. Für Entwarnung sei es aber noch zu früh, mahnten Experten. Aufgeweichte Deiche, vollgesogene Böden und drohende Gewitter seien weiterhin ein Risiko.

Unterdessen konkretisieren sich die Schadensschätzungen für die Überschwemmungen nach dem Sturmtief "Elvira" Ende Mai, das vor allem in Baden-Württemberg gewütet hatte. Die deutschen Versicherer müssten voraussichtlich für Schäden von rund 450 Millionen Euro aufkommen, schätzte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dabei gehe es etwa um versicherte Häuser und Hausrat, Gewerbebetriebe und Autos. Noch nicht enthalten sind die späteren Schäden - etwa in Niederbayern und Nordrhein-Westfalen.

Knapp eine Woche nach den Unwettern mit vier Toten in Baden-Württemberg geht der Wiederaufbau weiter. Im besonders betroffenen Dorf Braunsbach kam Hilfe auch von Flüchtlingen, die gemeinsam mit anderen Helfern Häuser reinigten, Keller von Schlamm befreiten oder Straßen freischaufelten.

Die Unwettergebiete im Westen und Süden müssen mit weiteren Wassermassen rechnen. Tief "Friederike" liege nahezu ortsfest über Deutschland und weiche kaum von der Stelle, sagte Meteorologe Christian Herold vom DWD in Offenbach. Am Wochenende müsse in der gesamten Südhälfte - südlich einer Linie zwischen Niederrhein und Oberlausitz - mit heftigen Gewittern gerechnet werden. Auch Hagel sei möglich. Wo genau große Regenmengen fallen, können die Meteorologen erst kurz vorher sagen. Im Norden und Nordosten werde es dagegen sommerlich warm und trocken.

Die Besucher der Rockfestivals in der Eifel "Rock am Ring" und in Nürnberg "Rock im Park" müssen sich auf legendäre Woodstock-Verhältnisse mit Regen und Schlamm einstellen. Die Veranstalter des "Holi Festivals of Colours" in Stuttgart verlegten das Event wegen der schlechten Wetterprognosen auf den 31. Juli.

dpa

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