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Rechtsweg erschöpft: Oscar Pistorius droht lange Haftstrafe

Justiz Rechtsweg erschöpft: Oscar Pistorius droht lange Haftstrafe

Das Verfassungsgericht war für Oscar Pistorius die letzte Hoffnung. Nun wird der frühere Spitzensportler lange ins Gefängnis müssen.

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Oscar Pistorius ist mit seiner Klage gegen das südafrikanische Verfassungsgericht gescheitert.

Quelle: Str/Archiv

Johannesburg. Der frühere Spitzensportler Oscar Pistorius ist mit seiner Klage gegen das südafrikanische Verfassungsgericht gescheitert.

Nun droht ihm eine lange Haftstrafe. Der Fall werde wegen mangelnder Erfolgsaussichten zurückgewiesen, teilte das Gericht in Johannesburg am Donnerstag mit.

Wegen der tödlichen Schüsse auf seine Freundin am Valentinstag 2013 war der 29-Jährige im Dezember in zweiter Instanz wegen Totschlags verurteilt worden. Darauf stehen in Südafrika normalerweise mindestens 15 Jahre Haft. Die bisher abgeleistete Strafe wird bei der Bemessung des neuen Strafmaßes vermutlich mit einberechnet. Dessen Verkündung wurde wegen der Anrufung des Verfassungsgerichts zunächst jedoch bis 18. April ausgesetzt.

Bis dahin bleibt Pistorius weiter unter Hausarrest in der Villa seines Onkels in Pretoria. Die Sprecherin der Familie Pistorius, Anneliese Burgess, wollte am Donnerstagabend zunächst nicht zu der Entscheidung Stellung nehmen.

In erster Instanz war Pistorius Ende 2014 wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft empfand das Urteil jedoch als zu milde und legte Berufung ein. Pistorius leistete nur knapp ein Jahr seiner Haftstrafe ab - auch das nicht in einer normalen Zelle, sondern wegen seiner Behinderung im komfortableren Krankenhausflügel des Gefängnisses Kgosi Mampuru II.

Wegen guter Führung wurde der Rest seiner Strafe in Hausarrest umgewandelt, was nach südafrikanischem Recht schon nach Ableisten von einem Sechstel der Haftstrafe möglich ist. Im Hausarrest muss er sich aber an Auflagen halten. Er darf das Haus nur zu bestimmten Zeiten verlassen, und das nur in einem Radius von rund 20 Kilometern. Er darf keinen Alkohol trinken, keine Waffe besitzen und muss eine Therapie machen. Seinen Pass musste er abgeben.

In der Anrufung des Verfassungsgerichts vertraten Pistorius' Anwälte vertraten die Meinung, dass das Berufungsgericht seine Zuständigkeit überschritten hat. Zudem soll Pistorius wegen des Drucks der hohen medialen Aufmerksamkeit keinen fairen Prozess bekommen haben. Auch das tagelange Kreuzverhör der ersten Instanz habe die Rechte ihres Mandanten verletzt, argumentierten die Anwälte. Unabhängige Juristen hatten der Klage jedoch nur geringe Chancen eingeräumt.

Am Valentinstag 2013 feuerte Pistorius aus großem Kaliber vier Schüsse auf die Juristin Reeva Steenkamp, ein aufstrebendes Model. Er sagte vor Gericht, er habe geschossen, weil er hinter der Toilettentür in seinem Haus einen Einbrecher befürchtet habe.

Pistorius wurden als Kind wegen eines Gen-Defekts beide Unterschenkel amputiert. Trotzdem legte der zähe Sportler dank J-förmiger Karbon-Prothesen eine steile Sprinter-Karriere hin. In Südafrika wurde er schnell zu einem Nationalhelden, seine Beziehung zu Steenkamp brachte ihn auch schnell in die Klatschspalten.

dpa

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