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Prozess gegen Autobahnschützen wird zum Teil neu verhandelt

Prozesse Prozess gegen Autobahnschützen wird zum Teil neu verhandelt

Mit einer einzigartigen Verbrechensserie hat ein Fernfahrer jahrelang die Polizei genarrt. Aus dem fahrenden Lkw heraus schoss er auf andere Lastwagen. Jetzt muss neu über seine Strafe verhandelt werden.

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Der wegen versuchten Mordes angeklagte Fernfahrer Michael K. (M) sitzt im Würzburger Landgericht zwischen seinen Anwälten.

Quelle: Daniel Karmann/Archiv

Würzburg. Ein frustrierter Fernfahrer hat Hunderte Male während der Fahrt auf Lastwagen geschossen. Dabei traf er auch Menschen, eine Frau wurde von einem Querschläger am Hals schwer verletzt.

Im Oktober 2014 wurde der Mann aus der Eifel vor dem Landgericht Würzburg zu einer Haftstrafe von zehneinhalb Jahren verurteilt - wegen vierfachen versuchten Mordes sowie wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, Sachbeschädigung und versuchten gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in 108 Fällen.

Gegen das Urteil zog der Mann vor den Bundesgerichtshof (BGH), und der gab dem ehemaligen Lkw-Fahrer Recht, wenn auch nur teilweise. Der BGH hat das Urteil des Landgerichts in weiten Teilen aufrechterhalten, lediglich einer der Schuldsprüche wurde eingestellt.

Konkret ließen die BGH-Richter den Vorwurf des versuchten gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in mehr als 100 Fällen nicht gelten. Die Richter sind überzeugt davon, dass sich der Mann aus der Eifel in diesen Fällen lediglich wegen des Waffenbesitzes und der Sachbeschädigung schuldig gemacht habe.

"Deshalb muss nun die Gesamtstrafe neu verhandelt werden", sagte der Würzburger Oberstaatsanwalt Boris Raufeisen. Er geht nach dem BGH-Urteil davon aus, dass die Korrektur nach unten kaum ins Gewicht fallen wird. Die neue Strafe muss höher sein als die höchste Einzelstrafe. Und die lag einem Sprecher des Landgerichts Würzburg zufolge bei sechseinhalb Jahren. Da der Angeklagte selbst in Revision gegangen ist, gelte zudem das Verschlechterungsverbot. Das heißt: Die Strafe darf nicht höher als zuvor ausfallen. Der erste Verhandlungstag des neuen Prozesses ist für den 5. Januar (9.00 Uhr) angesetzt.

Mehr als 700 Schüsse hatte der 59-Jährige zwischen 2008 und 2013 auf Aufbauten und Anhänger von Lastwagen abgegeben. Der Grund dafür: Frust im Straßenverkehr. Mit dieser einzigartigen Beschussserie hielt er die Polizei über Jahre hinweg in Atem. Sie war ihm trotz intensiver Suche zunächst nicht auf die Spur gekommen.

Der Angeklagte hatte die Schüsse vor dem Würzburger Landgericht zugegeben und beteuert, er habe immer nur auf die Ladung geschossen und nie jemanden verletzen wollen. Seine letzten Worte vor der Urteilsverkündung waren: "Ich möchte sagen, dass ich kein Mörder bin."

Trotz jahrelanger Ermittlungen war der Mann erst gefasst worden, nachdem das Bundeskriminalamt an mehreren Autobahnabschnitten die Kennzeichen aller vorbeifahrenden Fahrzeuge erfasst und mit den Tatzeiten abgeglichen hatte.

dpa

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