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Niedersachsen geht gegen zudringlichen Wolf vor

Umwelt Niedersachsen geht gegen zudringlichen Wolf vor

Der Wolf sorgt erneut für Aufregung. Eines der Tiere aus dem Rudel bei Munster hat die Scheu vor Menschen verloren und lässt sich kaum noch vertreiben. Jetzt könnte das streng geschützte Tier seine Freiheit verlieren - oder im Extremfall sogar das Leben.

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Ein Wolf läuft im Wildpark Schorfheide durch sein Gehege. Jetzt soll ein zudringlicher Artgenosse in Niedersachsen "der Natur entnommen" werden.

Quelle: Patrick Pleul/Archiv

Hannover. Erstmals seit der Rückkehr der Wölfe könnte es in Deutschland einem der Tiere legal an den Kragen gehen: Das niedersächsische Umweltministerium trifft Vorbereitungen, einen verhaltensauffälligen Wolf aus Munster notfalls töten zu lassen.

"Ich lasse alles Notwendige für die Entnahme vorbereiten", sagte Minister Stefan Wenzel (Grüne) im Umweltausschuss des Landtages. Entnahme heiße, dass das Tier aus der Natur entnommen werde, dazu gebe es mehrere Möglichkeiten. Das könne theoretisch auch bedeuten, dass das Tier betäubt und in ein Gehege gebracht werde, erläuterte ein Sprecher. Wölfe sind in Deutschland streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden.

Der rechtliche Rahmen schreibe eine Prüfung milderer Maßnahmen vor, betonte Wenzel. So arbeite das Ministerium derzeit mit einem Experten aus Schweden zusammen, der die übliche Fluchtdistanz wieder herstellen soll. "Wir gehen von einer sehr kurzfristigen Entscheidung aus", so Wenzel. Es sei keine einfache Entscheidung, sagte er. "Ich bin der Auffassung, dass wir es mit einem Tier zu tun haben, dass Teil des Ökosystems ist", erklärte der Minister. Er wünsche sich eine sachliche Debatte. "Die Sicherheit des Menschen steht immer an erster Stelle", betonte der Grünen-Politiker. Von einem gesunden Wolf gehe keine Gefährdung aus, der Mensch sei nicht Teil seines Speiseplans.

Das Tier hatte sich nach verschiedenen Medienberichten jedoch wiederholt Menschen genähert, ohne Scheu zu zeigen. So soll der Wolf am Montag einer Spaziergängerin mit Kinderwagen und Hund in Breloh gefolgt sein, wie die "Böhme-Zeitung" und die "Cellesche Zeitung" berichtet hatten. In der vergangenen Woche nahmen Infrarot-Kameras nach einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeine Zeitung" den Wolf an einem Zaun der Flüchtlingsunterkunft in Bad Fallingbostel auf.

Zwei Wölfe aus dem auffälligen Rudel bei Munster waren bereits im Juni im Auftrag des Umweltministeriums mit Sendehalsbändern versehen worden. Einer der beiden steht im Verdacht, im Januar einen Hund verletzt zu haben.

dpa

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