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Mexiko: Polizei soll Verdächtige willkürlich getötet haben

Innere Sicherheit Mexiko: Polizei soll Verdächtige willkürlich getötet haben

Wieder Vorwürfe gegen mexikanische Sicherheitskräfte: Beamte sollen bereits festgenommene Verdächtige getötet haben. Mehr als ein Jahr später machen Menschenrechtler den Vorfall publik.

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Abgesperrter Fundort: In der Stadt Huehuetoca wurden mehrere Leichen in einem Brunnen gefunden. Die Mordrate in dem Land ist eine der höchsten der Welt.

Quelle: dpa

Mexiko-Stadt. Mexikanische Bundespolizisten sollen im Südwesten des Landes mutmaßliche Mitglieder eines Drogenkartells willkürlich erschossen haben.

Bei dem Einsatz auf einem Landgut im Bundesstaat Michoacán seien im Mai vergangenen Jahres 22 Verdächtige getötet worden, nachdem sie bereits gefasst waren. Das teilte die Nationale Menschenrechtskommission (CNDH) am Donnerstag bei der Vorstellung des Untersuchungsberichts mit.

Zudem seien zwei Verdächtige gefoltert und der Tatort nach der Schießerei manipuliert worden. Ein Opfer sei aus einem Hubschrauber heraus erschossen worden. Später hätten die Polizisten Waffen neben den Toten platziert, hieß es in dem Bericht.

Die Polizei hatte eine Ranch in der Ortschaft Tanhuato gestürmt, auf der Mitglieder des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación militärisch geschult worden sein sollen. Bei dem Einsatz kamen insgesamt 42 Verdächtige und ein Beamter ums Leben.

Das Kartell Jalisco Nueva Generación hatte zuvor immer wieder Sicherheitskräfte angegriffen und Dutzende Soldaten und Polizisten getötet. Bei Gefechten mit den Streitkräften schossen sie mit einem Granatwerfer einen Militärhubschrauber ab.

Familienmitglieder der Opfer von Tanhuato sagten bereits kurz nach dem Einsatz, ihre Angehörigen seien keine Kartellmitglieder gewesen, sondern Arbeiter. Sie seien im Straßenbau und auf einer Farm in der Nähe beschäftigt gewesen.

Der Nationale Sicherheitschef Renato Sales Heredia sagte zu dem Bericht der Menschenrechtskommission, die Polizisten hätten in Notwehr gehandelt. Die Verdächtigen hätten das Feuer eröffnet, die Beamten lediglich zurückgeschossen. Die mexikanischen Sicherheitskräfte achteten die Menschenrechte, sagte Sales.

Der Fall erinnerte an das Massaker von Tlatlaya im Jahr 2014, bei dem Soldaten eigenen Angaben zufolge bei Zusammenstößen 22 Verdächtige töteten. Später stellte sich heraus, dass zumindest einige der Opfer erschossen wurden, nachdem sie sich bereits ergeben hatten.

Internationale Organisationen und Menschenrechtsorganisationen kritisieren immer wieder die mexikanischen Sicherheitskräfte. Nach Angaben der UN sind Folter und Misshandlungen durch Polizei und Militär in Mexiko weit verbreitet.

dpa

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