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Jugendliche zieht es wieder aufs Tanzparkett

Jugendliche zieht es wieder aufs Tanzparkett

Wer sich auf dem Schulball nicht blamieren will, lernt Tanzen. Davon profitieren die Tanzschulen in Sachsen und Thüringen zunehmend. Auf die älter werdende Gesellschaft reagieren Tanzschulen mit Rollator- und Seniorentanzkursen.

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Flotte Schrittfolgen nach toller Musik: Die jungen Tänzer haben es drauf. Die drei Leipziger Tanzschulen Seifert, Jörgens und Seidel&Seidel verwandelten am 8. März die Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofes in einen Tanztempel.

Quelle: Andre Kempner

Dresden/Erfurt. Ob Walzer, Cha-Cha-Cha, Tango oder Discofox - in Sachsen zieht es wieder mehr junge Menschen auf das Tanzparkett. Zudem sind auch Knigge und Benimm-Kurse gefragt, ergab eine Umfrage unter sächsischen Tanzschulen. Nach den geburtenschwachen Jahrgängen sei nun wieder ein leichter Aufwärtstrend spürbar, sagte Christian Götsch vom Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband (ADTV). Junge Tanzschüler würden vor allem durch das Tanzschuljahr in der neunten Klasse erreicht.

In Sachsen sind insgesamt 27 Tanzschulen Mitglied im ADTV. Nach wie vor tanzen Jugendliche lieber schnelle Tänze wie Discofox oder Cha-Cha-Cha, sagte Mirko Dreischarf von der Tanzschule Emmerling in Chemnitz. "Wenn sie länger dabei bleiben, schätzen sie auch langsame Bewegungen einer Rumba." Seine Leipziger Kollegin Ina Jörgens von der gleichnamigen Tanzschule erlebt das ähnlich. Modetänze wie Gangnamstyle, der durch Musik- videos des südkoreanischen Rappers Psy bekannt wurde, nehme die Schule mit in ihr Programm auf. "Aber die Jugendlichen sind auch sehr stolz, wenn sie einen Walzer richtig tanzen können", sagte die Tanzlehrerin. Viele Tanzschulen erreichen junge Leute über das Tanzschuljahr, das in der neunten Klasse angeboten wird. Zwischen 50 bis 90 Prozent der Gymnasiasten würden das ­Angebot wahrnehmen, so Dreischarf. Maximal 30 Prozent der Oberschüler würden so erreicht.

In den sächsischen Tanzschulen geht es nicht nur ums Tanzen, sondern auch um gutes Benehmen. In einem "Anti-Blamier-Programm" lernen die Jugendlichen Begrüßungsregeln, gutes Benehmen am Tisch und wie man sich am besten bei einem Vorstellungsgespräch verhält. "Wir legen darauf viel Wert, und die Eltern sind uns dankbar", sagte Ina Jörgens. Doch nicht nur den Eltern ist gutes Benehmen wichtig. "Der Test am Ende ist keine Pflicht, und dennoch geben die meisten Jugendlichen den Testbogen ausgefüllt zurück", sagte Jens Hermann von der Tanzschule Hermann-Nebl in Dresden.

Viele Tanzschulen beziehen auch den Umgang mit neuen Medien in ihre Kurse ein: Unter anderem sei etwa das richtige Melden am Handy ein Thema. Statt mit einem einfachen "Hallo" sollte man sich lieber mit dem Namen melden - schließlich könnte nach einem Bewerbungsgespräch ein möglicher Arbeitgeber zurückrufen, so Dreischarf. Aber auch Mobbing in sozialen Netzwerken sei bei solchen Kursen Thema, so Toni Liebers von der Chemnitzer Tanzschule Passionlife. Auch wenn die Freude am Tanzen bei jungen Leuten langsam wieder zunimmt, schwingen dennoch vor allem Erwachsene das Tanzbein. Hochzeitskurse seien für die meisten Paare schon fast obligatorisch, so Dreischarf. "Viele wollen für ihre Hochzeit das Tanzen lernen, dann gefällt es ihnen und sie machen weiter", sagte auch Liebers. Beliebt seien vor allem Tänze wie Tango Argentino, langsamer Walzer und West Coast Swing.

In Thüringen hat der Tango Argentino eine besondere Tradition. "In Thüringen hat sich Mitte der 90er-Jahre eine Community gebildet, die auch heute noch sehr aktiv ist", sagte Maike Lorenzen von der Erfurter Schule Esquina del Tango. "In der Region haben wir etwa 300 Tanzwillige, viele Anfänger steigen auch nach Pausen immer wieder ein." Beim Tango seien die Tanzabende deutlich gefragter als der Unterricht. "Die Kurse sind für die meisten nur der Einstieg, damit man mitmachen kann. Das Tanzen ist das Wichtige." Beim Tango gebe es jedoch deutlich mehr Regeln zu beachten als bei anderen Tänzen.

Schulklassen und Erwachsene im Alter zwischen 25 und 60 sind nach wie vor die klassischen Zielgruppen für den Paartanz. Dennoch bemühen sich viele Schulen, neue Angebote zu erschließen. So werden immer öfter auch Rollator- oder Seniorentanzkurse angeboten. "Wir haben außerdem sehr gute Erfahrungen mit unserem integrativen Tanzkurs gemacht", sagte Nicole Näder von der gleichnamigen Jenaer Tanzschule. Dabei lernen Paare mit geistiger oder körperlicher Behinderung zusammen mit Nichtbehinderten Standardtänze.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.03.2015

Luise Binder und Andreas Göbel

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