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Japan schiebt prominenten Gegner der Delfin-Jagd ab

Tiere Japan schiebt prominenten Gegner der Delfin-Jagd ab

Alljährlich machen Fischer in Japan Jagd auf Tausende Delfine. Unermüdlich kämpft der einstige TV-Trainer der Serie "Flipper", Richard O`Barry, gegen das Abschlachten. Jetzt hat Japan ihn des Landes verwiesen. Aufgeben aber will der Amerikaner nicht.

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Der Amerikaner Richard O'Barry, hier im Jahr 2012, kämpft seit 1970 für den Schutz der Delfine. Foto: Horst Ossinger

Tokio. Japan hat den weltbekannten Gegner der japanischen Delfinjagd, den Amerikaner Richard O'Barry (76), am Freitag abgeschoben. Zuvor war er nach Angaben seiner Unterstützer fast drei Wochen dort festgehalten worden.

Wie sie weiter mitteilten, wurde er in einem Flugzeug außer Landes gebracht. Die japanische Einwanderungsbehörde habe zur Begründung angegeben, dass sie über einen Aufenthalt O`Barrys im vergangenen Jahr in der Walfangstadt Futo nicht informiert worden sei. O'Barry war in den 60er Jahren Trainer der Delfine für die TV-Serie "Flipper", seit 1970 aber kämpft er unermüdlich für den Schutz der Meeressäuger und gegen das jährliche Abschlachten von Delfinen in Japan. O`Barry wirkte in dem Oscar-gekrönten Dokumentarfilm "Die Bucht" mit, mit dem das Gemetzel im Walfangort Taiji zu trauriger Berühmtheit gelangt war.

Bei der Jagd treiben Fischer Delfine in einer Bucht zusammen, indem sie durch Hämmern auf ins Meer gehaltene Metallstangen den Orientierungssinn der Tiere lahmlegen. Die schönsten Exemplare werden im Auftrag von Delfinarien im In- und Ausland aussortiert - ein lukratives Geschäft für die Fischer. Die übrigen Delfine werden dagegen in einer Nachbarbucht abgeschlachtet. Die Regierung erlaubt den Fischern die Jagd und setzt dafür jedes Jahr Fangquoten fest. Die Jagd auf Wale und Delfine gehöre zur japanischen Esskultur und habe eine "historische Tradition".

O`Barry war seinen Unterstützern zufolge nach seiner Ankunft auf dem Tokioter Flughafen Narita am 18. Januar zunächst verhört und anschließend in Abschiebehaft genommen worden. Er weigerte sich aber, auszureisen und habe seither in einer weiteren Haftanlage gesessen, hieß es. Nach Angaben seines japanischen Anwalts Takashi Takano verlor O`Barry in dieser Zeit mehr als 10 Kilogramm Körpergewicht und erlitt Schmerzen in der Brust. Seine Unterstützer werfen Japan vor, O'Barry wegen seines Engagements gegen die Delfinjagd bestrafen und mundtot machen zu wollen. Ein Sprecher der japanischen Einwanderungsbehörde wollte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur keine Stellungnahme zu dem Fall des Amerikaners abgeben.

"Es ist ironisch, dass sie mich deportieren, um mich still zu halten, während sie doch selbst der Delfinabschlachtung mehr Aufmerksamkeit verschaffen als der Film "Die Bucht"", wurde O`Barry auf der Website des von ihm gegründeten "Dolphin Project" zitiert. O`Barry hat immer beteuert, niemals Japans Behörden belogen oder gegen die Gesetze verstoßen zu haben. Der Amerikaner und seine Unterstützer kündigten an, den japanischen Staat zu verklagen. Auch die US-Botschafterin in Japan, Caroline Kennedy, hatte sich der weltweiten Kritik an der Delfinjagd angeschlossen und per Twitter ihre Sorge über die "Unmenschlichkeit" der Treibjagd auf Delfine zum Ausdruck gebracht.

dpa

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