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Ig-Nobelpreise für Bienenstiche, Pinkeldauer und ein "hä?"

Wissenschaft Ig-Nobelpreise für Bienenstiche, Pinkeldauer und ein "hä?"

Jubiläum einer Kult-Gala: Schon zum 25. Mal sind an der US-Eliteuni Harvard die Ig-Nobelpreise für kuriose Forschungen verliehen worden. Diesmal mit dabei: intensives Küssen und das Wörtchen "hä?".

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So macht das Huhn, wenn man ihm eine Art Saugglocke am Hinterteil befestigt - Ig-Nobelpreisträger Bruno Grossi macht es vor. Foto: CJ Gunther

Boston. Warum pinkeln eigentlich fast alle Säugetiere etwa 21 Sekunden lang? An welcher Stelle des Körpers tut ein Insektenstich am meisten weh? Und kann der marokkanische Sultan Mulai Ismail zwischen 1697 und 1727 wirklich 888 Kinder gezeugt haben?

Alles abwegige Fragen? Möglicherweise, aber renommierte Wissenschaftler haben sich damit beschäftigt - und sind dafür an der US-Eliteuniversität Harvard mit Ig-Nobelpreisen ausgezeichnet worden.

Die Auszeichnungen sollen "das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren" und belohnen Forschung, die "erst zum Lachen und dann zum Denken anregt". Die klamaukig-schrille Preisgala mit mehr als 1000 Zuschauern, die bereits zum 25. Mal stattfand, hat längst Kult-Status und ist stets lange im Vorfeld ausverkauft.

Zwischendurch fliegen bei der so ganz anderen Preisverleihung Papierflieger durch die Luft. Die Geehrten kommen oft verkleidet auf die Bühne, präsentieren Sketche oder singen ihre Dankesreden. Wenn die zu lang ausfallen, kommt ein kleines Mädchen ("Miss Sweetie Poo") auf die Bühne und schimpft: "Bitte hör' auf, mir ist langweilig."

Im Publikum sitzen echte Nobelpreisträger, die die Papierflieger nach dem Ende der auch live im Internet übertragenen Show wieder zusammenkehren müssen. Zwischendurch werden bizarre Kurz-Opern aufgeführt und Treffen mit den echten Nobelpreisträgern verlost. Die Trophäe besteht in diesem Jahr aus einem Blumentopf - ohne Pflanze.

Ein Team um Patricia Yang aus den USA bekommt die Auszeichnung in der Sparte Physik, weil es herausfand, dass fast alle Säugetiere ihre Blase innerhalb von 21 Sekunden - oder bis zu 13 Sekunden schneller oder langsamer - leeren. "Wir nennen es das "Gesetz des Urinierens"", erklären die Wissenschaftler auf der Bühne - und drücken der nörgelnden Miss Sweetie Poo zur Bestechung ein Kuscheltier in die Hand, als sie sich über die lange Dankesrede beschwert.

Ein Ig-Nobelpreis (Ig ist ein Wortspiel, das auf den englischen Ausdruck "ignoble" zurückgeht und etwa "unwürdig" bedeutet) geht auch an mehrere Forscher unter anderem aus Japan und der Slowakei. Sie hatten sich mit Auswirkungen und Nutzen von intensivem Küssen beschäftigt haben. "Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, war das ziemlich harte Arbeit", sagte Wissenschaftlerin Jaroslava Durdiaková in ihrer Dankesrede. Mark Dingemanse aus den Niederlanden und seine Kollegen werden für die Entdeckung geehrt, dass das Wort "huh?" (hä?) scheinbar in allen Sprachen der Welt vorkommt - und auch dafür, dass sie nicht wissen, warum das so ist.

Die Wissenschaftler Elisabeth Oberzaucher und Karl Grammer von der Universität Wien bekommen einen Ig-Nobelpreis für den Versuch auszurechnen, ob der marokkanische Sultan Mulai Ismail zwischen 1697 und 1727 wirklich 888 Kinder gezeugt haben kann, wie es in Überlieferungen heißt. "Das ist wirklich eine Menge Arbeit", sagt Oberzaucher. "Er müsste jeden Tag seines Lebens ein- bis zweimal Sex gehabt haben." Forscher um Diallah Karim aus Großbritannien werden geehrt, weil sie entdeckt haben, dass eine akute Blinddarmentzündung korrekt diagnostiziert werden kann anhand der Größe des Schmerzes der auftritt, wenn der Patient über eine Schwelle zur Geschwindigkeitsbegrenzung gefahren wird.

Michael L. Smith von der Cornell University in den USA bekommt den Preis, weil er sich von Bienen stechen ließ, um herauszufinden, wo es am wenigsten weht tut (Kopf, mittlere Zehenspitze, Oberarm) und wo am meisten (Nasenflügel, Oberlippe, Penis).

Marc Abrahams, Herausgeber einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu kurioser Forschung, moderierte die Veranstaltung wie gewohnt mit zerrupftem Zylinder und beendete auch die Jubiläumsausgabe wieder mit seinen traditionellen Abschlussworten: "Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben - und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!"

dpa

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