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Eltern und zwei Kinder sterben bei Familiendrama

Kriminalität Eltern und zwei Kinder sterben bei Familiendrama

Vor der versiegelten Tür eines Einfamilienhauses bei Hannover liegen zwei Rosen. Dort war eine von vier Leichen entdeckt worden. Die Ermittler gehen von einem Familiendrama aus.

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Kriminaltechniker in der Wohnung in Hannover, in der drei Leichen gefunden wurden.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Bei einem Familiendrama in Hannover mit vier Toten hat die Mutter nach den Ermittlungen der Polizei ihre beiden Kinder und sich selbst getötet. Der Vater starb nach Ergebnissen einer Obduktion an Stichverletzungen, teilte die Polizei mit.

Ob die Mutter auch den Vater (41) tötete, stand noch nicht fest. Zu den Hintergründen sagte die Polizei nichts. Das Paar lebte nach Angaben von Anwohnern seit einiger Zeit getrennt.

Der Vater war am Dienstag erstochen in seinem Haus im Vorort Laatzen-Gleidingen entdeckt worden. Danach wurden auch die Frau (35), die dreijährige Tochter und der neunjährige Sohn tot in einer Wohnung in Hannover gefunden. Wie die drei ums Leben kamen, teilte die Polizei nicht mit.

Die Familie war erst vor zwei Jahren in den Klinkerbau in Gleidingen gezogen und hatte begonnen, das Haus zu renovieren, wie ein Nachbar sagte. Auch nach der Trennung wurden die Kinder beim Vater gesehen. Nach Medienberichten soll es Streit über die Besuche der Kinder gegeben haben. Anwohner berichteten auch davon, dass die Frau längere Zeit krank war.

Zwei Rosen lagen vor der versiegelten Tür des Einfamilienhauses in Gleidingen, außerdem hatte jemand ein rotes Grablicht angezündet.

Der 41-Jährige war am Dienstagnachmittag von seinen 62 und 63 Jahre alten Eltern entdeckt worden. Weil die in dem Haus gemeldete Ehefrau und die Kinder nicht dort angetroffen wurden, fuhren die Ermittler zu der ebenfalls der Familie gehörenden Wohnung im etwa 20 Kilometer entfernten Stadtteil Hannover-Linden. Dort fanden sie die weiteren Leichen.

Tödliche Familiendramen wie das in der Region Hannover werden aus Expertensicht oft durch eine Trennung der Eltern ausgelöst. Dies sagte die Rechtswissenschaftlerin Theresia Höynck von der Uni Kassel, die längere Zeit zu sogenannten erweiterten Suiziden geforscht hat. Meist seien Männer die Täter. Dass auch Frauen sich zusammen mit ihren Kindern umbrächten, sei eher selten, sagte Höynck der dpa.

Die Täter sind nach ihren Erkenntnissen in allen sozialen Schichten zu finden. Dies hänge mit dem Auslöser der Taten zusammen. "Das sind diese überhaupt nicht verarbeiteten Trennungen, die damit etwas zu tun haben, dass Menschen in ihrem Selbstbild, in ihrem Lebenssinn, in ihrer Fähigkeit, Konflikte adäquat zu lösen, völlig desorientiert werden und Sachen tun, die sie und andere ihnen niemals zugetraut hätten", sagte Höynck.

dpa

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