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El Salvadors Regierung lehnt Waffenruhe mit Jugendbanden ab

Kriminalität El Salvadors Regierung lehnt Waffenruhe mit Jugendbanden ab

Die mächtigen Gangs wollen auf Morde verzichten. Damit reagieren sie auf die geplante Verhängung des Ausnahmezustands. Die Regierung will sich allerdings nicht auf Verhandlungen mit den Banden einlassen. Die letzte Waffenruhe endete in einem Desaster.

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Wegen Mordes angeklagte Bandenmitglieder in El Salvador verstecken während einer öffentlichen Anhörung ihre Gesichter.

Quelle: Oscar Rivera

San Salvador. Die Regierung von El Salvador will den Kampf gegen das organisierte Verbrechen unvermindert fortsetzen. "Wir werden mit größter Energie die kriminellen Gruppen bekämpfen, die die Bürger bedrohen und Gewalt im Land säen".

Das sagte Polizeichef Howard Cotto. Zuvor hatten die größten Jugendbanden des Landes einen Gewaltverzicht angekündigt.

"Wir haben alle unsere Mitglieder landesweit angewiesen, keine Morde mehr zu verüben", sagten Sprecher der Gangs Mara Salvatrucha und Barrio 18 in einem Video. Ob die Aufnahmen authentisch sind und ob die Protagonisten tatsächlich für die Banden sprechen, war zunächst unklar.

Ein im Jahr 2012 geschlossener Waffenstillstand der salvadorianischen Gangs war bereits gescheitert. Seit Jahresbeginn wurden in El Salvador fast doppelt so viele Menschen getötet wie im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.

Jetzt riefen die Banden die Regierung des mittelamerikanischen Landes dazu auf, von außergewöhnlichen Maßnahmen im Kampf gegen die Kriminalität abzusehen. Angesicht der jüngsten Gewaltwelle wird in El Salvador derzeit über die Verhängung des Ausnahmezustandes debattiert. Damit könnten Bürgerrechte außer Kraft gesetzt und Reservisten einberufen werden. Die Regierung schickte schon zusätzliche Soldaten zur Verbrechensbekämpfung auf die Straße.

"Diese Regierung wird die Strafverfolgung nicht einstellen. Sie wird die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Kriminalität zu bekämpfen und die Bevölkerung zu schützen", schrieb Regierungssprecher Eugenio Chicas auf Twitter. Die Gangsprecher versicherten ihrerseits: "Wir haben die Mittel, um die Politik in unserem Land zu zerstören."

Mit 104 Morden je 100 000 Einwohner ist El Salvador das gefährlichste Land weltweit - abgesehen von Kriegsgebieten. Die Regierung macht Jugendbanden, die sogenannten Maras, für den Großteil der Gewalt verantwortlich. Zuletzt gab es aber auch immer wieder Hinweise auf Todesschwadronen, die willkürlich Jugendliche töten, die sie für Gangmitglieder halten.

dpa

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