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Eisvogel bremst Leipzigs Paddler aus

Eisvogel bremst Leipzigs Paddler aus

Die Allgemeinverfügung gilt seit reichlich einer Woche - und zeigt erste Wirkung. Seit der Leipziger Floßgraben zum Schutze des brütenden Eisvogels bis zum 15. August nur noch sonnabends und sonntags zwischen 11 und 13 Uhr sowie 15 und 17 Uhr von Paddlern genutzt werden darf, hat das Verkehrsaufkommen im südlichen Auwald merklich nachgelassen.

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Kleine Fische mag er besonders gern: der Eisvogel. Am Floßgraben im südlichen Leipziger Auwald werden in diesem Jahr zwei Brutpaare vermutet.

Quelle: Patrick Pleul

Schleusenwärter und Bootsverleiher erle-ben verunsicherte Wasserwanderer.

Leipzigs Auwald ist schon immer etwas Besonderes. In diesen Tagen erst recht. Der Bärlauch entfaltet seine ganze Pracht und verströmt Knobi-Duft, die Menschen zieht es an und auf die ökologisch wertvollen Gewässer - und der Eisvogel macht sich daran, Nachwuchs zu produzieren. Da konnte die Stadt Leipzig nicht anders und musste ihrerseits etwas ausbrüten: Eine Allgemeinverfügung, die regelt, dass auf dem Floßgraben mit Rücksicht auf das seltene Federvieh bis Mitte August nur noch eingeschränkt gepaddelt und gerudert werden darf. Streng genommen fast gar nicht mehr. Eingangs der Connewitzer Schleuse, einer wichtigen Durchgangsstation für Wasserwanderer, die etwa auf Kurs 1 vom Stadthafen via Floßgraben zum Cospudener See wollen, steht es schwarz auf weiß: Der Auwald ist Bestandteil des europäischen Vogelschutzgebietes und deshalb ist das Befahren des Floßgrabens von Montag bis Freitag grundsätzlich verboten. "Auch wenn wir da ja noch die Pleiße hätten, für die die Verfügung nicht gilt: Seit dieser Woche passieren deutlich weniger Leute unsere Schleuse", hat Hartmut Wulff vom Bürgerdienst LE festgestellt. Normalerweise seien es an Werktagen insgesamt zwischen 50 und 60 Paddler. Nunmehr kämen höchstens noch um die 20 Freunde von Kajak und Canadier vorbei. "Viele sind überrascht, wenn wir ihnen die gelben Info-Zettel aushändigen, mancher dreht schon vorher ab", hat Wulff beobachtet.

Von allgemeiner Verunsicherung ob der Allgemeinverfügung, die die 2,5 Graben-Kilometer zwischen Einmündung Pleiße und Waldbad Lauer betreffen, spricht auch Patricia Herold. "Etliche Kunden sind der irrigen Annahme, alle Gewässer seien gesperrt. Und glauben daher, dass wir unsere Motorboottouren über die Elster, das Flutbett und den Karl-Heine-Kanal nicht anbieten dürfen. Aufs Geschäft wirkt sich die Verordnung jedenfalls negativ aus", klagt die Bootsverleiherin. Naturschutz müssten selbstverständlich sein, "doch dann möge bitte gleiches Recht für alle gelten". Eine Anspielung, die einem Mitbewerber gilt, der schon vor der Verfügung als einziger Fahrgastschifffahrt auf Kurs 1 betrieb. Und der für die Zeit der Eisvogel-Brut eine Ausnahmegenehmigung besitzt: Die Ranaboot GmbH darf mit ihren beiden Elektro-Booten uneingeschränkt über den Floßgraben gleiten. "Wir haben maximal vier Fahrten am Tag, manchmal gar keine. Wir stören eh kaum", sagt Rana-Mitarbeiter Theo Engelhardt. Der Mann hat den besonderen Vogel übrigens noch nie gesehen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.05.2013

Dominic Welters

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