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Macher der re:publica warnen: "Das offene Netz ist bedroht"

Internet Macher der re:publica warnen: "Das offene Netz ist bedroht"

Auf Europas wichtigster Internet-Konferenz re:publica wird über Chancen und Risiken der digitalen Welt diskutiert. Die Veranstalter warnen vor Plattformen, die "einseitig die Regeln diktieren". NSA-Enthüller Snowden fordert mehr Schutz für die Privatsphäre.

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«Seit der ersten re:publica reden wir über die Vorteile eine offenen Netzes. Aber dieses offene Netz ist bedroht», sagte Markus Beckedahl, Gründer und Chefredakteur von netzpolitik.org.

Quelle: Sophia Kembowski

Berlin. Zum Auftakt der zehnten Internet-Konferenz re:publica haben die Macher die Notwendigkeit eines offenen Internets unterstrichen. 

"Wir machen uns immer mehr abhängig von immer weniger Plattformen, die uns einseitig die Regeln vorgeben", sagte Mitgründer Markus Beckedahl am Montag in Berlin mit Blick auf Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Auch der Schutz der Privatsphäre sei in Gefahr, beklagte NSA-Enthüller Edward Snowden, der per Video zur re:publica zugeschaltet wurde.

"Wenn man sagt, die Privatsphäre ist mir egal, ich habe nichts zu verbergen – dann ist das wie wenn man sagt, die Redefreiheit ist mir egal, ich habe nichts zu sagen", sagte der 32-Jährige. Der Ex-Geheimdienstler warnte vor einem Missbrauch der Daten durch Unternehmen und Regierungen. Zudem würde sich die Macht auf immer weniger Unternehmen konzentrieren. 

Ähnlich argumentierte der Mitveranstalter der Konferenz: "Seit der ersten re:publica reden wir über die Vorteile eine offenen Netzes. Aber dieses offene Netz ist bedroht", sagte Beckedahl. So komme es zu einer zunehmenden Überwachung und Kontroll-Infrastruktur, "die wir zulassen". Es gebe nicht mehr die Blogosphäre von früher, wo jeder sein eigenes Blog hatte und selbst die Regeln definierte.

Auf der 10. re:publica treffen sich bis einschließlich Mittwoch rund 8000 Blogger, YouTuber und Politiker, Künstler, Netzaktivisten und Intellektuelle. Mehr als 700 Redner stehen auf 17 Bühnen, darunter der US-Soziologe Richard Sennett und Szene-Größen wie Blogger Sascha Lobo. 

Auch die Zukunft der Arbeit steht im Fokus der Konferenz. Zum Auftakt diskutierten am Montag Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek und Stefan Heumann von der Stiftung neue Verantwortung darüber, was es für die Arbeitswelt und die Beschäftigung bedeutet, wenn zunehmend intelligente Maschinen und Roboter die Arbeit übernehmen. Am Dienstag wird Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) mit einem Beitrag zum Thema Industrie 4.0 erwartet. 

Einen thematischen Schwerpunkt bildet in diesem Jahr die Virtuelle Realität (VR). Erstmals kooperiert die re:publica mit dem noch jungen Fachverband für Virtual REality, EDFVR. Zahlreiche Unternehmen stellen in diesem Rahmen ihre Lösungen vor. "Alle Welt ist unterwegs in dies neue Welt, in der es so unendlich viel zu entdecken gibt", sage Andreas Gebhard, Mitgründer und Geschäftsführer der re:publica. 

Ihren ersten Hype habe die Technologie bereits in den 90er Jahren erlebt, sagte "c’t"-Redakteuer Jan-Keno Janssen. Die Technologie sei vor allem in der Spieleindustrie groß geworden. Doch die ersten Games habe niemand auch nur 15 Minuten durchgehalten, sagte Janssen. Dafür gebe es zahlreiche Einsatzgebiete etwa im Handel, in der Psychotherapie und im Journalismus - und nicht zuletzt in der Porno-Industrie. "Denkbar ist aber auch, dass in 20 Jahren niemand mehr Textnachrichten verschickt, sondern mit einem Avatar unterwegs ist."

Die re:publica wurde 2007 von den Gründern der Blogs netzpolitik.org und Spreeblick ins Leben gerufen. Am Montag verkündeten die Veranstalter noch ein Novum: So werden die Konferenz in diesem Jahr erstmals ins Ausland expandieren. Am 20. Oktober soll es eine eintägige re:publica in Dublin geben. 

dpa

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