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Künstliche Intelligenz: Computer schlägt Champion beim Go

Computer Künstliche Intelligenz: Computer schlägt Champion beim Go

Im Schach haben Computer schon vor rund 20 Jahren menschliche Gegner abgehängt. Das alte chinesische Spiel Go galt für die Maschinen aber als zu komplex. Jetzt schlug eine Google-Software einen Go-Meister. Das Programm sagt die Züge des Gegners vorher und lernt ständig dazu.

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Go gilt als größere Herausforderung für Computer-Programme als Schach, weil drastisch mehr potenzielle Züge durchgerechnet werden müssen. Foto: Yonhap

Mountain View. Es ist ein Meilenstein in der Entwicklung künstlicher Intelligenz: Eine Google-Software hat den Europameister im Spiel Go geschlagen.

Go, bei dem die Spieler abwechselnd weiße und schwarze Steine auf dem Spielbrett platzieren, gilt als größere Herausforderung für Computer-Programme als etwa Schach, weil erheblich mehr potenzielle Züge durchgerechnet werden müssen.

Die bei Google entwickelte Software AlphaGo löst das Problem dadurch, dass sie wahrscheinliche Züge des menschlichen Gegenspielers vorhersagt und sich darauf einstellt. Sie habe zwei "neuronale Netzwerke" mit Millionen Verbindungen ähnlich wie bei Nervenzellen, erklärte Google in einem Blogeintrag am späten Mittwoch.

Zunächst habe die Maschine 30 Millionen Spielzüge von Experten zur Auswertung bekommen. Danach habe sie den nächsten Zug des Menschen in 57 Prozent der Fälle vorhersagen können. Anschließend hätten die Netzwerke von AlphaGo tausende Spiele gegeneinander gespielt, um sich zu verbessern. Bei Tests gegen andere Go-Programme habe die Google-Software 499 von 500 Spielen gewonnen. Im Oktober habe AlphaGo auch den amtierenden europäischen Meister Fan Hui in fünf von fünf Spielen geschlagen. Als nächste Herausforderung soll die Maschine im März in Südkorea gegen den weltbesten Spieler Lee Sedol antreten.

Der geschlagene Champion sagte, die Software mache im Gegensatz zu Menschen keine groben Fehler. "Manchmal sind wir müde, manchmal wollen wir zu sehr gewinnen, weil wir diesen Druck spüren", sagte er dem wissenschaftlichen Magazin "Nature". Das Programm sei anders: "Es ist sehr stark und stabil, es erscheint wie eine Mauer. Für mich ist das ein großer Unterschied." Wenn er nicht gewusst hätte, dass er gegen einen Computer spielt, hätte er seinen Gegner wahrscheinlich für einen sehr starken, wenn auch etwas seltsamen menschlichen Spieler gehalten.

Go ist ein populäre Herausforderung für Entwickler künstlicher Intelligenz: Nur wenige Stunden vor der Google-Mitteilung schrieb Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, dass ein Team beim Online-Netzwerk an einer Software für das Spiel arbeite.

Die großen Player der Technologie-Branche setzen massiv auf die Entwicklung lernender Maschinen, die Menschen einfache Aufgaben abnehmen und große Informations-Mengen ordnen können. Google setzt sie zum Beispiel auch bei der automatischen Erkennung des Inhalts von Bildern in seinem Foto-Dienst ein. Facebook verknüpfe diese Fähigkeit mit Spracherkennung, sagte Zuckerberg am Mittwoch.

AlphaGo wurde bei der britischen Firma Deep Mind entwickelt, die Google vor zwei Jahren gekauft hatte. Mitgründer Demis Hassabis betonte, dass die Software sich selbst weiterentwickele. "Es ist anders als bei einem Programm, das man selbst zusammengebaut hat und in allen Nuancen weiß, was es kann. Hier hat es selbst Dinge gelernt, so dass es erstaunlich ist, zu sehen, welche Fähigkeiten es sich angeeignet hat", sagte er "Nature". Hassabis hatte Deep Mind mit dem ambitionierten Ziel gegründet, Maschinen das Denken beizubringen.

dpa

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