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Breitband-Ausbau: Streit um Vectoring-Einsatz verschärft sich

Telekommunikation Breitband-Ausbau: Streit um Vectoring-Einsatz verschärft sich

Beim Ausbau breitbandiger Netzverbindungen in Deutschland ziehen viele Player an einem Strang, allerdings nicht in eine Richtung. Die Telekom verteidigt ihr Vectoring-Konzept, die Wettbewerber halten dagegen - und bekommen Unterstützung von der Monopol-Kommission.

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Beim Vectoring werden für die letzten Meter vom Verteilerkasten am Straßenrand bis zu den Häusern und Wohnungen die herkömmlichen Kupferdrähte verwendet, die in der Regel bereits vorhanden sind.

Quelle: Peter Kneffel

Bonn/Berlin. Die Kontroverse um den Einsatz der umstrittenen Vectoring-Technologie der Deutschen Telekom beim Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland spitzt sich zu.

Am Montag erklärte die Monopolkommission, sie befürchte wegen des Einsatzes der Technik eine zu große Marktmacht der Telekom in Teilen des Netzes.

Es bestehe die Gefahr, dass es der Bundesnetzagentur nicht gelinge, hier ein Monopol der Telekom im Nahbereich um die Hauptverteiler der sogenannten letzten Meile zu verhindern, sagte Daniel Zimmer, Vorsitzender der Monopolkommission, bei der Vorstellung eines Sondergutachtens in Bonn. Die Monopolkommission ist ein Beratergremium der Bundesregierung aus Wissenschaftlern.

Der Deutschland-Chef der Telekom, Niek Jan van Damme, wies die Kritik zurück. Ziel der Telekom sei es, möglichst vielen Menschen einen schnellen Internetzugang zu bieten. "Und auch deshalb treiben wir den Vectoring-Ausbau voran.

Dieser Ausbau ist um den Faktor 5 schneller und den Faktor 10 günstiger als ein reiner Glasfaser-Ausbau." Die Telekom werde noch im Dezember 1,4 Millionen Haushalte in Deutschland Vectoring-fähig machen. Im Jahr 2015 seien insgesamt rund 4,6 Millionen Haushalte für Vectoring-Verbindungen vorbereitet worden.

Die Bundesnetzagentur hatte unlängst als Regulierungsbehörde in einem Entwurf empfohlen, der Deutschen Telekom unter bestimmten Bedingungen den Ausschluss von Wettbewerbern zu gestatten, um mit der Vectoring-Technologie schnellere DSL-Internetanschlüsse anbieten zu können. Bei einer Umsetzung des Entwurfs drohe eine Zementierung der bestehenden Marktbedingungen, sagte Zimmer.

Beim Vectoring werden für die letzten Meter vom Verteilerkasten am Straßenrand bis zu den Häusern und Wohnungen die herkömmlichen Kupferdrähte verwendet, die in der Regel bereits vorhanden sind. Konkurrenten der Telekom setzen dagegen bislang häufig auf Kabel-TV-Technik und bevorzugen beim Breitbandausbau neu zu verlegende Glasfaser-Verbindungen - auch auf der "letzten Meile". Damit können deutlich höhere Geschwindigkeiten erzielt werden als über die Kupferleitung, allerdings kostet "Fiber-To-The-Home" deutlich mehr.

Der Geschäftsführer des Verbandes der Telekom-Wettbewerber VATM, Jürgen Grützner, hatte kritisiert, das günstige Vectoring nehme dem Glasfaser-Ausbau in den betroffenen Regionen die wirtschaftliche Perspektive: "In diesen Bereichen ist die Glasfaser tot."

Telekom-Manager van Damme meinte dagegen, die von der Telekom bevorzugte Technik verhindere nicht den Glasfaser-Ausbau. "Was für ein Unsinn", sagte van Damme in einer auf dem Twitter-Streamingdienst Periscope übertragenen Erklärung. Die Deutsche Telekom habe im Zuge des Vectoring-Ausbaus 2015 schon 10 000 Kilometer Glasfaser verlegt. "Eine Strecke von Berlin bis nach Rio de Janeiro."

dpa

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