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Weniger Steuersünder-Selbstanzeigen

2015 in Sachsen nur noch 135 Weniger Steuersünder-Selbstanzeigen

2015 wurden in Sachsen weniger Selbstanzeigen von Steuersündern registriert. Einen Grund für den Rückgang sehen Experten in den verschärften Regeln für Steuerbetrug. Das hebt wohl auch die Steuermoral.

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Quelle: dpa

Dresden. Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern in Sachsen ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Laut Finanzministerium meldeten sich insgesamt 135 Steuerpflichtige, die im Ausland Geld vor dem Fiskus versteckt hatten. Das waren 142 weniger als 2014. „Die geringe Zahl an Selbstanzeigen hängt sicher mit der Verschärfung der Regeln zusammen“, sagte Ministeriumssprecher Stephan Gößl.

Erstaunlich sei, dass noch immer so viele Menschen ihre Steuerschuld nachmeldeten. Seit Einführung der Statistik im Februar 2010 summierte sich die Gesamtzahl der Steuer-Selbstanzeigen im Freistaat damit auf 698. Viele hatten die Chance genutzt, ihre Schuld bis Ende 2014 zu melden, bevor die Regeln für Selbstanzeigen bei Steuerhinterziehung strenger wurden. So ist es seit Januar 2015 in Deutschland deutlich teurer, ohne Konsequenzen davonzukommen. Steuerbetrug bleibt nur noch bis zur hinterzogenen Summe von 25 000 Euro straffrei, bei höheren Beträgen wird nur gegen Zahlung eines kräftigen Zuschlags von Strafverfolgung abgesehen. Das wirkt sich laut Gößl grundsätzlich wohl auch positiv auf die Steuermoral der Bürger aus.

Auch das Thema Erben spielt eine Rolle. „Es scheint so zu sein, dass zum Beispiel in Erbfällen Konten in der Schweiz auftauchen, von denen Leute nichts gewusst haben“, erklärte Gößl. Einen weiteren Grund für die anhaltenden Selbstanzeigen sieht er im nach wie vor hohen Verfolgungsdruck. Der Freistaat profitiert vom Erwerb sogenannter Steuer-CD durch andere Bundesländer. „Wir beteiligen uns am Kauf finanziell und erhalten daher auch die Informationen.“ Sobald sich auf diesen CD jemand aus Sachsen finde, würden die hiesigen Behörden informiert. 

2015 wurden Nachzahlungen von 1,9 Millionen Euro vermerkt, die in den allgemeinen Haushalt des Landes fließen. Für das Vorjahr stehen mehr als 1,7 Millionen Euro zu Buche. Dabei klingelt es im Sachsen-Etat weitaus leiser als in den Kassen der westlichen Bundesländer. Die größten Summen und meisten Selbstanzeigen gibt es in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dort flossen bereits Hunderte Millionen Euro. Im Osten indes sind auch seit 1990 die Möglichkeiten begrenzt, große Vermögen aufzubauen. „Und auch die Verflechtungen in die Schweiz sind nicht so groß“, sagte Gößl.

dpa

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