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Weniger Gewalt gegen Sachsens Polizisten – Zahlen in Leipzig gehen besonders stark zurück

Weniger Gewalt gegen Sachsens Polizisten – Zahlen in Leipzig gehen besonders stark zurück

In Sachsen ist die Zahl der gewaltsamen Übergriffe auf Polizisten im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Wie das Innenministerium in Dresden mitteilte, gab es 2013 insgesamt 1204 Fälle - 65 weniger als im Vorjahreszeitraum, was einem Rückgang von 5,1 Prozent entspricht.

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Polizisten gehen gegen einen Demonstranten vor.

Quelle: Dirk Knofe

In Leipzig gingen die Attacken auf Polizisten besonders stark zurück. Verzeichneten die Behörden 2012 noch 398 Angriffe, sank diese Zahl binnen eines Jahres um ein Viertel auf nunmehr 299.

Über 90 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt, hieß es aus dem Innenministerium gegenüber LVZ-Online. „Die Zahlen zeigen mehr Respekt vor der Polizei“, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU). „Das ist das Ergebnis der täglich souveränen Arbeit der Menschen hinter der Uniform.“

Am häufigsten waren Angriffe auf Polizisten in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Görlitz. Sie erfolgten zumeist bei alltäglichen Einsätzen wie Personalienüberprüfungen, der Klärung von Sachverhalten oder Gewahrsamnahmen, aber auch bei größeren Einsätzen wie Demonstrationen und Fußballspielen. Gegen 1504 zumeist männliche Tatverdächtige wurde ermittelt, fast jeder dritte war betrunken.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mahnte angesichts der nach wie vor hohen Zahlen weitere Unterstützung durch die Politik an. 2078 Polizisten waren laut Innenministerium 2013 von Gewalt betroffen. Zumeist handelte es sich um Widerstand gegen Beamte, aber auch mehr als 230 Körperverletzungsdelikte wurden verzeichnet, darunter 159 Fälle von gefährlicher Körperverletzung. Zwei Mal wurde versuchter Totschlag registriert. 327 Polizisten wurden verletzt, vier von ihnen schwer.

Sachsen GdP-Chef Hagen Husgen kann trotz leichten Rückgangs keine echte Verbesserung erkennen. Jeder Angriff sei einer zu viel. „Wenn jeden Tag im Durchschnitt mehr als drei Polizeibeamte im Freistaat angegriffen werden, dann ist das hart genug.“ Die Uniform schrecke nicht mehr ab und es fehle die Rückendeckung durch die Politik, die die Polizei häufig als Spielball benutze. „Wenn schon die Staatsregierung und der eigene Dienstherr oder die Opposition und einige Fraktionen im sächsischen Landtag nicht das Vertrauen in die Polizei haben, wie soll es dann der Bürger haben, der sich da weniger auskennt.“

Ein weiteres Problem sei der Stellenabbau, der dazu geführt habe, dass die Polizei nicht mehr flächendeckend in ausreichender Stärke präsent ist. „Wenn einer weiß, dass es eine halbe Stunde dauert, bis Verstärkung kommt, wenn er einen Polizisten angreift, dann darf uns das nicht wundern“, sagte Husgen.

dpa/joka

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