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Weniger Autodiebstähle in Sachsen dank Sonderkommission

Kriminalität Weniger Autodiebstähle in Sachsen dank Sonderkommission

Seit Gründung der Sonderkommission „Kfz“ werden in Sachsen weniger Autos gestohlen und mehr Fälle von Autodiebstahl aufgeklärt. Doch es bleibt schwierig, die Hintermänner zu finden.

Auch dank einer Sonderkommission sind in Sachsen zuletzt weniger Autos gestohlen worden.

Quelle: dpa

Leipzig. Auch dank einer Sonderkommission sind in Sachsen zuletzt weniger Autos gestohlen worden. Von Januar bis September des Jahres 2015 wurden 2500 Fahrzeuge gestohlen und damit 200 weniger als im entsprechenden Zeitraum 2014, wie die Polizei mitteilte. Zudem wurde jedes fünfte Fahrzeug, das seit Gründung der Soko Ende 2013 gestohlen wurde, wieder gefunden.

Wichtiger als der Rückgang der Fälle sei aber das aufgebaute Netzwerk zwischen nationalen und internationalen Ermittlungsbehörden, erklärte Tom Bernhardt, Sprecher des Landeskriminalamtes. Die Soko arbeitet eng mit der Bundespolizei, dem Zoll und Behörden im Ausland zusammen - vor allem in den Nachbarländern Polen und Tschechien. Auch mit der Polizei in Brandenburg und Bayern tauscht die Einheit regelmäßig Informationen aus. Bei Autodiebstählen in Sachsen handle es sich meist um internationale Autoverschiebung. 

2014 wurden in Sachsen den Angaben des LKA rund 3400 Autos gestohlen, versuchter Diebstahl und unbefugter Gebrauch sind dabei eingeschlossen. Vor der Gründung der Soko mit rund 50 Mitarbeitern waren die Erfolge laut LKA vor allem bei der Aufklärung geringer. Von den Wagen, die zwischen 2009 und Ende 2013 gestohlen wurden, konnten nur 157 sichergestellt werden.  Durch die Vernetzung mit Ermittlungsbehörden der Nachbarländer werden Bandenmitglieder, die dort gefasst werden, nun nach Deutschland ausgeliefert und hierzulande vor Gericht gestellt. Das Landgericht Dresden verurteilte etwa im Dezember 2014 fünf Bandenmitglieder aus Tschechien zu mehrjährigen Haftstrafen. „Bis dahin haben sie sich hinter der Grenze sicher gefühlt, das können sie jetzt nicht mehr“, erklärte Bernhardt. 

Trotzdem bleiben die Ermittlungen kompliziert: Fast alle Banden arbeiten demnach nach dem Prinzip der Arbeitsteilung. Autos werden in Deutschland gestohlen, von einem Kurier ins Ausland gebracht und dort in ihre Einzelteile zerlegt oder ganz weiterverkauft - teilweise sogar zurück nach Deutschland. Die einzelnen Beteiligten wissen laut Polizei oft nur, was sie wissen müssen, um ihre Aufgabe zu erfüllen. So hätten zum Beispiel die Kuriere, die Autos außer Landes bringen, oft kaum Informationen. „Es bringt wenig, einen Kurier abzufangen, denn der kennt die Hintermänner nicht“, sagte Bernhardt.

dpa

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