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Verdächtig gute Werbekampagne für Sachsens Polizei für Preis nominiert

Verdächtig gute Werbekampagne für Sachsens Polizei für Preis nominiert

"Du hattest Dich beworben, Thorben, auf'n tollen Job. Heute teil'n wir Dir mit, Du bist ab sofort ein Cop" - die Fettnäpfchen stehen dicht an dicht bei Werbekampagnen der Polizei.

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Die Kampagne "Verdächtig gute Jobs" stammt von der Dresdner Werbeagentur Heimrich & Hannot, deren Geschäftsleitungsmitglied Carsten Klunker mit Jessica Häring an der Gestaltung der Aktion arbeitet.

Quelle: Christian Juppe

Mit ihrem peinlichen Rap-Song für die Nachwuchswerbung, aus dem die Textzeile stammt, hat die Landespolizei aus Nordrhein-Westfalen im Vorjahr kein Fettnäpfchen ausgelassen. Viel Häme gab es dafür im Internet und in den Medien. Sachsen hat das besser gemacht. Die Werbekampagne, mit der im Freistaat junge Menschen animiert wurden, sich für eine Karriere in Polizeiuniform zu entscheiden, war ein voller Erfolg.

Die Bewerberzahl hat sich fast verdoppelt, und - davon ist Werbefachmann Carsten Klunker aus Dresden überzeugt - auch die Qualität der Bewerber selbst ist gestiegen. Denn die war mehr noch als die Bewerberzahlen aus Sicht der Landespolizei höchst problematisch, berichtet Klunker, der zur Geschäftsleitung der Dresdner Werbeagentur Heimrich & Hannot gehört. "Toller Erfolg unserer Nachwuchskampagne", freute sich denn auch Innenminister Markus Ulbig (CDU) über das Ergebnis.

Die Nachwuchskampagne für die sächsische Landespolizei war für die Dresdner Agentur eine besondere Herausforderung. Denn "die Erwartungen waren sehr hoch", sowohl in der Polizei als auch im Innenministerium, so Klunker. "Wir haben uns im Vorfeld sehr viel Arbeit gemacht", berichtet der 37-Jährige. Im Mittelpunkt stand unter anderem die Frage, wie die potenziellen Bewerber am besten angesprochen werden könnten, wie man sie erfolgreich erreicht. Auch der Slogan war umstritten. "Dein Freund sucht Helfer", sollte er ursprünglich lauten. Doch die Polizei hilft selbst und ist nicht hilflos, winkten die Verantwortlichen ab. "Verdächtig gute Jobs" bekam schließlich den Zuschlag.

Im März wurde die Kampagne erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, Ostern auch im Internet gestartet. Großplakate, Pressemeldungen, ein Kinospot und ein Film fürs Internet, Postkarten mit doppeldeutigen Formulierungen - das Paket wurde ein voller Erfolg. Die Bewerbungsfrist endete Anfang des Monats, die Bewerberzahl kletterte auf mehr als 8700. Das ist ein Zuwachs von 91,3 Prozent im Vergleich zu 2013. Ein Erfolg, an dem auch das Innenministerium und die Polizei selbst Anteil haben, ist Klunker überzeugt. "Alle Protagonisten sind selbst Polizisten. Das macht die Kampagne glaubwürdig", sagt der Werbefachmann. Die Aktion ist für den Dresdner Marketingpreis nominiert.

Nicht um jedes Fettnäpfchen sind die Verantwortlichen allerdings herumgekommen. Als das Facebook-Team der Bereitschaftspolizei in Leipzig Mitte Juni im Internet eine Wasserwerfer-Mitfahrt bei einem Tippspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft als Gewinn ausschrieb, bezogen die Verantwortlichen jede Menge mediale Prügel. Geschmacklos, ein Fehler - selbst Polizeigewerkschaftler sparten nicht mit Kritik. Man nahm die Aktion schließlich aus dem Netz. Der Nachwuchswerbung der Landespolizei hat dieser Fehler langfristig nicht geschadet. Die Kampagne geht weiter, ab November können sich Bewerber, die sich für eine Ausbildung oder ein Studium ab 2016 interessieren, auf der Internetseite der Aktion registrieren.

Aktion geht im November weiter

Ob künftig neue Fotos oder weitere Postkartenslogans verwendet werden sollen, steht noch nicht fest. "Wir hatten zehn bis 15 Ideen", erinnert sich Klunker an die Zahl der möglichen Postkartensprüche, die zur Auswahl standen, vier davon wurden schließlich genutzt. Und auch mehr Fotos von Beamten im Polizeidienst kann er sich vorstellen. Etwa Bilder von Polizisten auf Streife, meint der Werbefachmann aus der Agentur mit Sitz hinterm Hauptbahnhof.

www.verdaechtig-gute-jobs.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.10.2014

Christoph Springer

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