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„Streifen sind sexy“ – Sachsens Polizei wirbt um Nachwuchs

„Streifen sind sexy“ – Sachsens Polizei wirbt um Nachwuchs

Fahndung in eigener Sache: Mit einer groß angelegten Kampagne wirbt die sächsische Polizei um Bewerber für eine Karriere in der blauen Uniform.

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Polizeimeisterin Julia Vogel (links und Mitte) ist eines der Gesichter der Werbekampagne.

Quelle: Tanja Tröger

Den ganzen Mai über wird in 60 Kinos im Freistaat ein einminütiger Spot zu sehen sein. Zusätzlich lächeln Ordnungshüter von zig Plakatwänden. Auch auf Polizeiwagen, bei Youtube und Facebook sowie auf Postkarten in Kneipen wird für die „verdächtig guten Jobs“ geworben.

Die Werbeoffensive betone die Vielseitigkeit der Polizeiarbeit, die guten Entwicklungschancen und den Teamgeist der Beamten, erläuterte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Freitagnachmittag in Dresden. Im Werbespot entdeckt eine Motorradpolizistin zufällig ein von der Straße abgekommenes Unfallauto. Weil die Fahrerin des Wagens verschwunden ist, startet eine große Suchaktion, die natürlich mit der Rettung der Verunglückten endet. Zwar sei der Polizeieinsatz mit Hubschrauber und Tauchern „ein bisschen überdimensioniert“, gibt Ministeriumssprecher Martin Strunden schmunzelnd zu, aber der Film illustriere das effektive Zusammenspiel aller Polizeieinheiten und die Freude der Beamten an ihrem Beruf. Alle Darsteller sind tatsächlich Polizisten.

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Mit einem Kinospot, Plakaten und Kneipenpostkarten wirbt die sächsische Polizei um Nachwuchskräfte.

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Rund 120.000 Euro lässt sich der Freistaat die Werbeaktion kosten – Geld aus dem Öffentlichkeitsarbeits-Etat des Innenministeriums. Ulbig zeigte sich „zu hundert Prozent“ von der Kampagne überzeugt: „Ich bin sicher, dass hinterher viele junge Leute sagen: Ich geh zur Polizei!“

Kampagne konzentriert sich auf ländlichen Raum

Die Werbeoffensive wird sich auf den ländlichen Raum konzentrieren. In den beiden größten Städten hingegen wird beispielsweise der Kinospot nur in je einem Filmtheater zu sehen sein – im Dresdner Ufa-Kristallpalast und im Leipziger Cinestar. Während sich genügend junge Leute aus den großen Städten für den Polizeidienst bewerben, ließen die Zahlen auf dem „platten Land“ zu wünschen übrig. Es mangele an qualifizierten Bewerbern. „Dieses Jahr hatten wir zum ersten Mal die Situation, dass wir 80 Plätze für das Studium hatten, aber nur 73 besetzt werden konnten“, sagte Alexandra Beyer, Pressesprecherin der Bereitschaftspolizei. Grund dafür seien unter anderem die geburtenschwachen Jahrgänge. „Offenkundig hat nicht nur die Polizei das Problem, genügend qualifizierte Bewerber zu finden“, meinte Innenministeriumssprecher Strunden. Zwar hätten sich rund 2500 Jugendliche für die Ausbildung und knapp 2000 für das Studium bei der Polizei interessiert. „Von den Interessenten kommen dann aber viele gar nicht zu den Einstellungstests“, so Beyer. „Warum, wissen wir nicht.“

Am Gehalt dürfte es nicht liegen: So verdient ein Polizeimeisteranwärter, also ein „Polizei-Azubi“, rund 1000 Euro netto im Monat, ein Polizeimeister mit abgeschlossener Ausbildung etwa 1900 Euro.

Leipziger Streifenbeamtin als Hauptdarstellerin

Die Leipziger Polizeimeisterin Julia Vogel gehört zu den Hauptfiguren des neuen Werbespots. Sie spielt die Motorradpolizistin, die als Erste am Unfallort ist. Ihr Drehtag am Rand von Leipzig sei ein besonderes Erlebnis gewesen: „Das war ganz anders als alles, was ich sonst mache.“ Vor allem die vielen Wiederholungen seien ungewohnt gewesen – und von den Maskenbildnerinnen schön gemacht zu werden, sagte sie im Making-of-Film. Obwohl die 29-Jährige keine schauspielerische Erfahrung mitbrachte, ist sie – ebenso wie ihre Kollegen – hochzufrieden mit dem Werbespot: „Alle Darsteller haben den Film heute zum ersten Mal gesehen. Wir wussten ja alle nicht, wie es wird. Ich bin positiv überrascht – wir hatten vorhin alle Gänsehaut.“

Julia Vogel selbst ist eine „Spätberufene“, begann erst mit 25 ihre Ausbildung als Polizistin. Genau die Vielseitigkeit, die die Polizeimeisterin jetzt im Werbespot zeigt, habe sie am Dienst in der Uniform gereizt. Warum sich offenbar immer weniger junge Menschen für eine Ausbildung oder ein Studium bei der Polizei interessieren, weiß sie nicht mit Sicherheit zu beantworten: „Heute gibt es vier mehr Berufswahlmöglichkeiten als zu der Zeit, als ich 16 war. Viele Leute haben auch falsche Vorstellungen von der Polizei: Manche denken, es ist wie im Krimi, und andere verbinden eben Negatives mit der Polizei.“ Diese Imageprobleme spüre sie mitunter auch bei der täglichen Arbeit. Die Einstellungstests vor der Ausbildung hätten sie jedenfalls nicht abgeschreckt: Der Sporttest sei machbar gewesen, wenn man vorher trainiere, und auf die Wissensprüfung müsse man sich eben auch gut vorbereiten.

ttr

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