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Schlammlawine hinterlässt im Südharz Schneise der Verwüstung

Schlammlawine hinterlässt im Südharz Schneise der Verwüstung

Eine Verkettung unglücklicher Umstände hat wohl erneut eine gewaltige Schlammlawine ausgelöst, die im Südharz den Ort Riestedt bei Sangerhausen besonders hart getroffen hat.

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Aufräumarbeiten in Riestedt: Eine gewaltige Schlammlawine hat sich über Nacht durch den kleinen Ort im Südharz gewälzt.

Quelle: dpa

Ein Unwetter mit bis zu 50 Litern Regen pro Quadratmeter ging in der Nacht zum Montag über dem Landstrich nieder, wie ein Sprecher des Landkreises Mansfeld-Südharz mitteilte. Schätzungsweise 25 Millionen Liter Regen seien in kurzer Zeit auf lockeren Boden eines Ackers gefallen. Tausende Kubikmeter Schlamm und Geröll wälzten sich so den Angaben zufolge von dem etwa 60 Hektar großen Feld durch den tiefer gelegenen Ort.

Das Ausmaß der Schäden sei noch nicht zu beziffern, die Aufräumarbeiten brauchten Zeit. Riestedt war erst vor zehn Tagen von einem Unwetter mit Regen und Schlamm heimgesucht worden. Wieder wurden nun Straßen in dem rund 1500 Einwohner zählenden Ort überspült. Die Kanalisation fasste die Wassermassen nicht mehr. Teilweise lief das Regenwasser bis ins Haus. Schlamm erfasste Grundstücke und Garagen, eine dicke braune Schicht verteilte sich auf Straßen.

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Feuerwehrleute und Einwohner reinigen Gräben und Straßen in Riestedt (Landkreis Mansfeld-Südharz). Nach Dauerregen in der Nacht zu Montag ist in dem Landkreis Katastrophenalarm für den Ort ausgerufen worden.

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Landrat Dirk Schatz (CDU) rief Katastrophenalarm aus. Das Feld in Riestedt, auf dem Raps angebaut wurde, sei erst abgeerntet worden. Daher habe kein Wurzelwerk die Regenmassen und den Schlamm abfangen können, sagte der Landkreissprecher.

Rund 200 Angehörige von Bundeswehr und Polizei sollen den Angaben zufolge mit entsprechender Technik von Dienstag an gemeinsam mit den freiwilligen Helfern an mehreren Stellen einen Wall aus Sandsäcken errichten, um den Ort so kurzfristig vor weiteren Wetterunbilden zu schützen. Eine dauerhafte Lösung des Problems müsse aber her.

Zugleich wurde in der Region Kritik wegen verstopfter oder nicht mehr existierender Abwassergräben an Feldern laut. „Es muss eine schnelle Lösung für Riestedt her, um die Menschen und ihr Hab und Gut zu schützen“, erklärten der Landrat und der Sangerhäuser Oberbürgermeister Ralf Poschmann (CDU) unisono.

„Die mit Schlamm und Geröll gefüllten Flutgräben werden geräumt“, teilte der Landkreissprecher mit Blick auf die weiteren Aufräumarbeiten mit. Nach dem ersten Unwetter in Riestedt hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) den Menschen Hilfe des Landes zugesichert, um sie vor weiteren Schlammlawinen zu schützen.

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hatte sich am Montag vor Ort ein Bild von den Schäden gemacht, mit Anwohnern und Einsatzkräften gesprochen. 23 Feuerwehren sowie Angehörige des Technischen Hilfswerkes (THW) waren an zwölf Stellen in der Region im Einsatz, um Schäden zu beseitigen. Unermüdlich pumpten sie Wasser aus mindestens 20 Kellern sowie Wohnungen und Garagen, befreiten Straßen von Schlamm und Geröll. Mit Fahrzeugen wurden Erdmassen auf freie Flächen gebracht. Anwohner packten mit an, andere standen verzweifelt vor ihren Häusern angesichts der Schäden.

Petra Buch und Thomas Schöne, dpa

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