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Sachsens Feuerwehr will Rauchmelderpflicht für alle

Sachsens Feuerwehr will Rauchmelderpflicht für alle

Neben Berlin und Brandenburg ist Sachsen das letzte Bundesland, in dem Rauchwarner in Privatwohnungen nicht vorgeschrieben sind. Zwar will das Innenministerium schon bald ein entsprechendes Gesetz erlassen.

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Rauchmelder

Quelle: Patrick Seeger, dpa

Den Feuerwehrleuten geht das aber nicht weit genug.

400 Brandtote und 4000 Verletzte gibt es jährlich in Deutschland, schätzt das Forum Brandrauchprävention, eine Initiative aus Feuerwehrleuten, Versicherern, Sicherheitstechnikern, Schornsteinfegern. Die meisten Opfer verunglücken nachts in ihrer eigenen Wohnung. "Zwei Drittel der Opfer werden im Schlaf überrascht und bemerken den Rauch zu spät", sagt Carsten Wege, der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Brandschutz-Fachbetriebe. Den effektivsten Schutz bieten Rauchmelder, die rechtzeitig Gefahr signalisieren.

Sachsen will nun nachbessern und einen Gesetzentwurf zur Änderung der Bauordnung erarbeiten. "Rauchmelder retten Leben", begründete Innenminister Markus Ulbig (CDU). "Jetzt können und werden wir Rauchmelder einführen." Die Vorschrift könnte Anfang nächsten Jahres in Kraft treten - allerdings nur für Neubauten: "Eine Nachrüstpflicht für Bestandsbauten ist nicht geplant", betonte eine Ministeriumssprecherin.

"Das ist zu wenig!", kritisiert Karsten Saack, Chef des Landesfeuerwehrverbandes. "Um Leben retten zu können, brauchen wir eine flächendeckende Rauchmelderausrüstung - auch in Altbauten!" In neun von zehn Fällen töten nicht die Flammen, sondern die giftigen Rauchgase. "Oftmals reichen schon drei Atemzüge, um bewusstlos zu werden", weiß Sachsens Feuerwehrchef.

Zumindest Wohn- und Schlafräume sowie Flure sollten mit Rauchmeldern überwacht werden. Ob mit preiswerten Einzelgeräten, sparsamen Funkmeldern oder aufwendig verdrahteten Anlagen, sei zweitrangig. "Jeder zuverlässige Rauchmelder macht die Wohnung sicherer", betont Saack. Wohnungsunternehmen treten aber auf die Bremse. Dass sich die Rauchmelderpflicht auf Neubauten konzentrieren soll findet Rainer Seifert, Verbandschef der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, gut. Wolle man den kompletten Bestand von 2,3 Millionen Wohnungen in Sachsen umrüsten, "müsste die Politik dafür sorgen, dass weder Mieter noch Vermieter finanziell überfordert werden".

Beim Mieterverein Dresden und Umgebung e.V. sieht man das gelassen. "Das ist ein relativ geringer Aufwand, der auf die Mieter zukommen würde", sagt Sprecher Matthias Wagner. "Wenn Rauchmelder in Altbauten für Vermieter zur Pflicht werden, können sie elf Prozent der Kosten auf die Mieter umlegen."

Winfried Mahr

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