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Sachsens Baustellendiebe immer dreister: Polizei klärt nur jeden zehnten Fall auf

Sachsens Baustellendiebe immer dreister: Polizei klärt nur jeden zehnten Fall auf

Der Bauindustrieverband Sachsen ist besorgt über die nach wie vor hohe Zahl der Diebstähle auf den Baustellen im Land. Zwar habe es im vergangenen Jahr etwas weniger Delikte gegeben, doch das Niveau sei nach wie vor hoch, teilte der Verband mit.

Er beruft sich auf Zahlen des Landeskriminalamtes (LKA). Demnach gab es im vergangenen Jahr 2608 Diebstähle. Das waren zwar 118 weniger als 2013, doch der Anteil der schweren Delikte, bei denen zum Teil bandenmäßig vorgegangen werde, sei mit 1811 Fällen nahezu stabil geblieben.

Hauptsächlich Kabel, Edelmetalle, aber auch Baumaschinen würden gestohlen. "Leider waren auch im vergangenen Jahr die Ermittlungserfolge der Polizei nicht ausreichend", beklagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Robert Momberg. In beinahe neun von zehn Fällen schweren Diebstahls seien die Täter nicht ermittelt worden. Die Unternehmen versuchen verstärkt, ihre Baustellen selbst vor Diebstahl zu schützen, wie der Verband weiter mitteilte. So würden immer mehr Fahrzeuge mit GPS-Sendern ausgestattet, Wachdienste zum Schutz der Baustellen engagiert und die Tanks nur noch für den Tagesbedarf gefüllt.

Auch die Polizei verstärkt die Prävention. Das LKA hat unter anderem ein Faltblatt mit Tipps zum Schutz vor Diebstahl von Baumaschinen und -geräten erstellt.

Die Behörde mit ihren Spezialeinheiten ist ohnehin deutlich mehr gefragt. 2014 wurden insgesamt 1535 Einsätze gezählt - nach 1225 im Jahr 2013. "Die Belastung unserer Spezialisten auf allen Gebieten ist sehr hoch", sagte ein LKA-Sprecher. Die meisten Einsätze verbuchten mit mehr als 1100 die Tatort- und Entschärfungsspezialisten. Erstere rücken bei schweren Straftaten mit hochmoderner Dokumentations- und Sicherungstechnik an, um Spuren zu sichern. Ihre Kollegen kümmern sich um die Entschärfung von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen wie Paket-, Brief- oder Rohrbomben.

Vor allem im Raum Leipzig habe es 2014 eine Serie von Sprengungen von Fahrkarten- und Zigarettenautomaten gegeben, so ein LKA-Sprecher. Das habe die Einsatzzahlen in die Höhe schnellen lassen. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) wurde im vergangenen Jahr 85 Mal angefordert, das Mobile Einsatzkommando (MEK) 91 Mal. Neben diesen "klassischen" Spezialeinheiten gibt es im Freistaat noch die Berater- und Verhandlungsgruppe, die Operative Einsatztechnik sowie Spezialisten für Zeugen- und Personenschutz.

Eine Zunahme registriert das LKA bei politisch motivierten Verstößen gegen das Gesetz. Mindestens 69 Straftaten gegen Politiker, deren Wohnungen, Fahrzeuge oder Parteibüros verzeichneten die Beamten 2014. In mehr als der Hälfte der Fälle (35) handelte es sich um Sachbeschädigungen. Am häufigsten betroffen waren im Wahljahr 2014 die Linke und die rechtsextreme NPD, wie LKA-Sprecher Tom Bernhardt erklärte.

Auch ohne Landtagswahlkampf setzt sich der Trend in diesem Jahr offenbar fort. Bis Ende April wurden bereits 19 Straftaten verzeichnet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.05.2015

Sabine Fuchs / Christiane Raatz

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