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Rockerkrieg in der Leipzig: Polizei befürchtet Racheakte

Nach tödlicher Schießerei Rockerkrieg in der Leipzig: Polizei befürchtet Racheakte

Während die Staatsanwaltschaft schweigt, wird im Netz öffentlich getrauert: Die tödliche Schießerei zwischen zwei Rockerbanden in der Leipzig Eisenbahnstraße kostete offenbar einen Club-Anwärter der „United Tribuns“ das Leben. Die Polizei befürchtet mögliche Racheakte.

Nach der tödlichen Schießerei am Samstag auf der Eisenbahnstraße befürchtet die Polizei mögliche Racheakte.

Quelle: dpa

Leipzig. Zwei Tage nach den tödlichen Schüssen zwischen zwei Rockerbanden auf der Leipziger Eisenbahnstraße sind die Hintergründe noch immer völlig unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft wollten sich am Montag nicht zu Details der Ermittlungen äußern. Auch zur Identität des Toten und den Ergebnissen der Obduktion wurden offiziell keine Angaben gemacht, „um die Ermittlungen nicht zu gefährden“, wie Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz sagte. Die „United Tribuns“ machten den Namen des Toten jedoch selbst öffentlich: Sie trauerten mit einem Foto im Internet um ihr verstorbenes Mitglied.

„Ruhe in Frieden. Für unseren Bruder Prospect Veysel, der gestern Nachmittag im Kugelhagel verstorben ist. Mögst du bis in alle Ewigkeit über uns wachen“, schrieben die „United Tribuns“ am Sonntagabend auf ihrer Facebook-Seite. Bei dem Getöteten handelte es sich demnach um einen Anwärter („Prospect“) auf eine Vollmitgliedschaft in dem Rockerclub.

Am Samstag sind drei Männer auf der Leipziger Eisenbahnstraße niedergeschossen worden.

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Das Opfer war nach den Schüssen am Samstag gegen 15.30 Uhr nahe des Otto-Runki-Platzes seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen. Zwei weitere 31 und 34 Jahre alte Männer wurden schwer verletzt. Medienberichten zufolge soll es sich bei einem von ihnen um den Vizepräsidenten des Clubs handeln. Dieser hatte erst im Mai sein erstes sächsisches Chapter unter dem Namen „Iron City“ in der Leipziger Eisenbahnstraße eröffnet – dort wo es nun zu der blutigen Auseinandersetzung mit den verfeindeten „Hells Angels“ kam.

Polizei schützt „Hells Angels“-Hauptquartier

Um mögliche Racheakte zu verhindern, schützte die Polizei am Wochenende mit Beamten das Hauptquartier der „Hells Angels“ in der Dessauer Straße. „Es muss mit Vergeltungsmaßnahmen gerechnet werden“, sagte Polizeisprecher Alexander Bertram am Montag auf Anfrage. Auch in der Eisenbahnstraße bleibe die Streifentätigkeit weiter erhöht, um weitere Fehden zu verhindern. Bereitschaftspolizisten mit Maschinenpistolen und schutzsicheren Westen würden weiter durch das Viertel patrouillieren, so der Sprecher.

Der mutmaßliche Todesschütze, ein 30-jähriges Mitglied der „Hells Angels“, wurde am Samstag unter dringendem Mordverdacht festgenommen. Gegen ihn wurde am Sonntag Haftbefehl erlassen. Gegen 13 weitere „Hells Angels“-Mitglieder wird laut Staatsanwaltschaft unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Sie waren ebenfalls festgenommen worden, später aber wieder auf freien Fuß gekommen.

Umfangreiche Spurensuche am Tatort

Am Otto-Runki-Platz, an dem die Schießerei stattfand, waren bis zum Sonntag von der Kriminalpolizei Spuren gesichert worden. Seit Montag ist der Platz wieder freigegeben. „Die Ermittlungen sind sehr umfangreich“, sagte Oberstaatsanwalt Schulz. Geprüft werde auch, ob es weitere Beteiligte gab und Bezüge zu anderen Auseinandersetzungen in der Eisenbahnstraße bestehen. In den vergangen Wochen war es im Brennpunktviertel im Leipziger Osten immer wieder zu größeren Polizeieinsätzen gekommen.

Von Robert Nößler

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