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Rockerkrieg in Leipzig: Chef der Hells Angels in Haft

Zweite Festnahme Rockerkrieg in Leipzig: Chef der Hells Angels in Haft

Zweiter Haftbefehl nach der tödlichen Schießerei in der Eisenbahnstraße: Der 33-jährige Chef der Leipziger Hells Angels hat sich der Polizei gestellt. Dem Mann wird gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen.

An dieser Kreuzung war es am 25.06.2016 zu einer Schießerei im Rockermilieu zwischen Hells Angels und United Tribuns gekommen. Seither zeigt die Polizei massive Präsenz.

Quelle: dpa

Leipzig. Nach der tödlichen Schießerei in der Eisenbahnstraße hat sich ein zweiter Mordverdächtiger der Polizei gestellt. Nach Informationen von DNN.de handelt es sich dabei um den Chef der Leipziger Hells Angels. Gegen den 33-Jährigen wurde am Dienstagnachmittag Haftbefehl vom Amtsgericht erlassen, teilte die Leipziger Staatsanwaltschaft mit. Der Mann steht unter dem dringenden Verdacht des gemeinschaftlichen Mordes und des gemeinschaftlichen versuchten Mordes in zwei Fällen. Ein 30-jähriger Hells Angel war bereits am Samstagnachmittag festgenommen worden. Er sitzt wegen Mordverdachts in U-Haft.

Beide Männer sollen am Samstag Schüsse „mit Tötungsvorsatz“, wie es hieß, auf Mitglieder der verfeindeten Rockergang United Tribuns abgefeuert haben. Bei der Schießerei am Otto-Runki-Platz in Neustadt-Neuschönefeld gab es einen Toten und zwei Schwerverletzte. Bei dem Verstorbenen handelte es sich um einen 27-Jährigen, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag auch offiziell bestätigte. Nach Selbstauskunft der United Tribuns starb Veysel A., ein Anwärter („Prospect“), im Kugelhagel. Zwei 31- und 34-Jährige wurden schwer verletzt.

„Wer den oder die tödlichen Schüsse abgegeben hat, müssen die Ermittlungen zeigen. Da wir jedoch von einer gemeinschaftlichen Tat ausgehen, würde das Handeln des Einen auch dem Anderen zugerechnet“, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Abend. Bei dem 33-jährigen Hells-Angels-Boss, der sich bereits am Montag stellte, handele es sich um den 15. Beschuldigten bei den Ermittlungen nach der Schießerei. Gegen 13 weitere Verdächtige laufen Ermittlungen, unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs.

Polizei kontrolliert Zufahrtsstraßen

Nach der Auseinandersetzung in Leipzigs Rotlicht- und Bandenmilieu hatte die Polizei ihre Sicherheitsmaßnahmen in der Nacht zum Dienstag noch einmal erweitert. „Wir setzen weiterhin auf verstärkte Präsenz, kontrollieren verdachtsunabhängig in der Stadt und auf den Zufahrtsstraßen“, sagte Polizeisprecher Alexander Bertram.

Unter anderem wurden Fahrzeuge auf der Bundesstraße 2 und im Norden Leipzig angehalten und von den zum Teil schwer bewaffneten Beamten kontrolliert. Auch in unmittelbarer Nähe zum Tatort auf der Eisenbahnstraße und an den Clubhäusern der an der Auseinandersetzung beteiligten United Tribuns und Hells Angels soll es weitere Polizeieinsätze gegeben haben. Die Beamten wollen so Racheakte in der Szene vorbeugen, befürchten offenbar auch, dass weitere Gangmitglieder aus anderen Städten dafür anreisen.

Zu den Ergebnissen der Durchsuchungen und zu weiteren Aktionen der Behörden wurden mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keinen Angaben gemacht. Die Leipziger Staatsanwaltschaft hatte am Montag eine Nachrichtensperre verhängt. "Die Ermittlungen insbesondere zum Geschehensablauf und zu den mutmaßlichen Hintergründen der Auseinandersetzung dauern an", erklärte Oberstaatsanwalt Schulz. OBM Jung sagte unterdessen am Dienstag den Kriminellen im Leipziger Osten den Kampf an.

Die beiden schwer verletzten Opfer im Alter von 31 und 34 Jahren konnten durch Notoperationen gerettet werden. Hier sind die offiziellen Angaben bisher dürftig. Das tschechische Internetportal „Rocker-Info“ berichtet, bei den Verletzten handelt es sich unter anderem um Sairen O., den Vize-Chef der Leipziger United Tribuns.

Von mpu/nöß

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Nach den tödlichen Schüssen im Leipziger Rockermilieu zeigt die Polizei massive Präsenz. An mehreren Orten der Stadt kontrollierten zum Teil schwer bewaffnete Polizisten in der Nacht zum Dienstag den Verkehr. Angaben dazu, wie viele Kontrollpunkte eingerichtet und wie viele Polizisten eingesetzt wurden, machte die Polizei nicht.

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