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Pfefferspray „zum Spaß“ in Flüchtlingsdomizil versprüht

Pfefferspray „zum Spaß“ in Flüchtlingsdomizil versprüht

Für die Pfefferspray-Attacke mit 35 Verletzten in einer Flüchtlingsunterkunft in Halbe (Dahme-Spreewald) gab es nach Angaben der Staatsanwaltschaft kein fremdenfeindliches Motiv.

Deutsche Presse-Agentur dpa

Der festgenommene 28-jährige Bauarbeiter aus Sachsen habe in der Vernehmung angegeben, er habe in einem Flur des ehemaligen Hotels „zum Spaß“ einen Sprühstoß aus einer Dose Pfefferspray abgegeben, aber die Wirkung unterschätzt. Das Reizgas sei in angrenzende Zimmer eingedrungen, woraufhin einige Bewohner in den Flur geflüchtet seien. „Eine fremdenfeindliche Tatmotivation ist ihm zurzeit nicht zu belegen“, erklärte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Der Mann war am Mittwochabend auf freien Fuß gesetzt worden. Der Sachse war angetrunken und stand unter Einfluss von stark aufputschenden Amphetaminen und Methamphetamin, das ein Bestandteil von Crystal Meth ist. Er war auf dem Gelände bei Bauarbeiten eingesetzt und wohnte ebenfalls in dem ehemaligen Hotel. Vor der Tat habe er mit Asylbewerbern einen Kindergeburtstag gefeiert. Nachdem er am Dienstagabend mit einem Arbeitskollegen die Feier verlassen hatte, habe er das Reizgas versprüht, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Als Bewohner zu seiner Unterkunft stürmten, um ihn zur Rede zu stellen, habe der Mann aus Angst einen weiteren ungezielten Sprühstoß aus 10 bis 15 Meter Entfernung abgegeben und sei dann in das Zimmer einer Albanerin geflüchtet. 

Der Bauarbeiter gab an, er habe niemanden verletzen wollen, weil er sich mit den Asylbewerbern gut verstehe. Laut Staatsanwaltschaft deuteten allerdings frühere Aussagen des Mannes auf Vorbehalte gegen Asylbewerber hin. So habe er mal auf Facebook eine Parole der Pegida-Bewegung geteilt, sagte Oberstaatsanwalt Horst Nothbaum. Nach dem Vorfall am Dienstagabend mussten 35 Menschen wegen Augenreizungen und Atembeschwerden behandelt werden. 16 Verletzte wurden vorsorglich in umliegende Krankenhäuser gebracht, unter ihnen 8 Kinder. Insgesamt waren 250 Rettungskräfte im Einsatz. Auf dem ehemaligen Kasernengelände im Ortsteil Massow sind mehr als 300 Flüchtlinge untergebracht.

dpa

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