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Neonazis müssen am Stadtrand von Magdeburg marschieren – Polizisten mit Flaschen beworfen

Neonazis müssen am Stadtrand von Magdeburg marschieren – Polizisten mit Flaschen beworfen

Magdeburg. Mit einem großen Straßenfest und einer Reihe von Gegendemonstrationen haben tausende Bürger in Magdeburg am Samstag einen Aufmarsch von Neonazis in der Innenstadt verhindert.

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Hunderte demonstrierten am Samstag gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten in Magdeburg.

Quelle: dpa

Rund 800 Rechtsextremisten mit schwarzen Fahnen zogen stattdessen durch den Stadtteil Salbke am südlichen Rand der Stadt. Im Zentrum Magdeburgs beteiligten sich dagegen Tausende an dem von der Stadt organisierten Straßenfest „Meile der Demokratie“ sowie an Gegendemonstrationen und Blockaden gegen Rechts. Dazu hatten linke Gruppierungen und die evangelische Kirche aufgerufen. Dabei kam es vereinzelt auch zu Ausschreitungen.

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Tausende haben sich am Samstag (12.1.2013) in Magdeburg etwa 800 rechtsextremen Demonstranten entgegengestellt. 2000 Polizisten aus neun Bundesländern waren im Einsatz.

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Aus mehreren kleineren Gruppen seien Flaschen gegen Beamte geschleudert worden, sagte eine Polizeisprecher. Über Verletzte lagen aber zunächst keine Angaben vor. Mindestens zwei Demonstranten wurden vorläufig festgenommen. Zudem wurden nach Augenzeugenberichten Feuerwerkskörper und Rauchbomben gezündet. An der CDU-Zentrale in der Innenstadt setzten Unbekannte einen großen Müllcontainer in Brand.

Mehr als 2000 Polizisten aus neun Bundesländern sichern die Stadt

Die Magdeburger Polizei hatte mehr als 2000 Beamte im Einsatz und Unterstützung aus neun weiteren Bundesländern angefordert. Damit sollte ein Zusammenprallen von Neonazis und Gegendemonstranten verhindert werden. Es war damit einer der größten Polizeieinsätze in der Geschichte Sachsen-Anhalts.

Das „Bündnis Magdeburg Nazifrei“ zog insgesamt eine positive Bilanz. Die Neonzi-Demonstration sei wesentlich kleiner ausgefallen als in den Jahren zuvor. Zudem verbuchte das Bündnis die Verlagerung der Demonstrationsroute der Rechten an den Stadtrand als Etappensieg.

Anlass des Neonazi-Aufmarschs war der 68. Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg. Am 16. Januar 1945 waren bei einem Luftangriff rund 2500 Menschen ums Leben gekommen. Große Teile der Stadt lagen in Schutt und Asche. Seit Jahren nehmen Rechtsextremisten das Datum als Anlass, um in Magdeburg zu demonstrieren.

Edathy: "Es ist wichtig, dass Demokraten ein Zeichen setzen."

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) lobte die rege Beteiligung der Menschen an der „Meile der Demokratie“ und die friedliche Stimmung. „Wir wollen damit zeigen, die Stadt gehört nicht den Rechtsextremen. Wir wollen in Magdeburg rechtem Gedankengut keinen einzigen Fuß breit Platz bieten.“

Der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy (SPD), betonte, es sei wichtig, dass Demokraten ein Zeichen setzten. Rechtsextremismus sei leider immer noch ein Teil der Realität, sagte er auch mit Blick auf die NSU-Morde in Deutschland. Deren Aufarbeitung sei dringend erforderlich.

Die politische Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, betonte: „Wir dürfen nicht vergessen, dass jeder, der hier steht, Teil der Geschichte ist.“ Jeder trage die Verantwortung, dass die Geschichte nicht vergessen werde.

Sachsen-Anhalts Linke-Fraktionschef Wulf Gallert sagte mit Blick auf die Aufmärsche von Rechten in Dresden, dort sei es gelungen, die Nazis aus der Stadt zu vertreiben. Demokratie verlange Einsatz und Mut. Leider sei es in den vergangenen Jahren Nazis immer öfter gelungen, in Magdeburg zu demonstrieren. Gallert fordert zu Blockaden gegen Nazis auf.

Rochus Görgen und Petra Buch, dpa/ dapd

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