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Mordprozess: Paar soll chinesische Studentin zu Tode gequält haben

Dessau-Roßlau Mordprozess: Paar soll chinesische Studentin zu Tode gequält haben

Der Mord an einer chinesischen Studentin in Dessau-Roßlau hatte im Mai für Aufsehen gesorgt. Nun hat der Prozess gegen ein Pärchen begonnen. Am ersten Prozesstag wurde die mutmaßliche Tat geschildert.

Im Mai war die chinesische Studentin in Dessau-Roßlau ermordet worden. Am Freitag begann der Prozess am Landgericht.

Quelle: dpa

Dessau-Roßlau. Im Prozess um den qualvollen Tod einer chinesischen Studentin hat das angeklagte Paar zu Prozessbeginn geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft wirft den 21 Jahre alten Angeklagten Mord und Vergewaltigung vor. Die Beschuldigten hörten am Freitag der Verlesung der Anklageschrift am Landgericht Dessau-Roßlau ohne sichtbare emotionale Regungen zu. Der Gerichtssaal war voll besetzt mit vielen interessierten Dessauern sowie Medienvertretern aus dem Inland und China.
Laut Staatsanwaltschaft war das Paar gezielt auf der Suche nach einer Frau, mit der es gemeinsam Sex haben kann. Wegen der unterschiedlichen Bedürfnisse habe es schon länger Schwierigkeiten in dessen Beziehung gegeben. Am Abend des 11. Mai hat die Frau dann laut Anklage die Studentin auf deren Joggingrunde abgefangen und einen Notfall vorgetäuscht. Der Mann kam hinzu - und das Paar brachte die 25-Jährige in eine leerstehende Wohnung.

Etwa eine Stunde lang wurde das Opfer dort laut Anklage von den Beschuldigten vergewaltigt und misshandelt. „Sie betrachteten sie ausschließlich als Objekt zur Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse“, schilderte Staatsanwältin Heike Kropf.

Tod vor dem Hinterhaus

In der Annahme, ihr Opfer würde bald sterben, verließen beide die Wohnung - so die Annahme der Staatsanwaltschaft. Als die Angeklagten etwa drei Stunden später zurückgekehrt seien und die Studentin trotz schwerster Verletzungen noch lebte, hätten sie beschlossen, die Sterbende nach draußen zu schaffen. Der Tod sei wahrscheinlich unter einer Konifere vor dem Hinterhaus eingetreten. Nach einer groß angelegten Suche war die Leiche der 25-Jährigen zwei Tage nach der Tat gefunden worden.

Die Eltern der Chinesin treten im Prozess als Nebenkläger auf. Sie waren zum Prozessauftakt in Dessau allerdings nicht dabei. „Sie wollen nicht kommen, weil sie sich die Details nicht antun möchten“, erklärte Nebenklagevertreter Sven Peitzner. „Es ist eine Katastrophe für die Familie.“ Sie hätte ihre Tochter mit den besten Absichten zum Studieren nach Deutschland geschickt.

Für den Prozess sind zunächst 19 Verhandlungstage bis zum 28. Februar 2017 geplant.

LVZ

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