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Mehr Kriminalität an der tschechischen Grenze, weniger im Landkreis Meißen

Polizeibilanz 2015 Mehr Kriminalität an der tschechischen Grenze, weniger im Landkreis Meißen

Im Landkreis Meißen ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 gestiegen, im Kreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge gefallen. In beiden Kreisen beschäftigen die Polizei dabei unterschiedliche Phänomene.

Symbolfoto

Quelle: dpa

Landkreise. Schlechte Nachrichten aus der Sächsischen Schweiz und dem Osterzgebirge und gute aus dem Landkreis Meißen. Im Süden des Einsatzgebiets, das die Polizeidirektion in Dresden betreut, ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr im vergleich zu 2014 gestiegen, im Norden ist sie gesunken. Der genauere Blick auf die Zahlen zeigt aber: Der Anstieg im Süden ist ausschließlich auf die Zunahme sogenannter ausländerrechtlicher Verstöße zurückzuführen. So bezeichnet die Polizei Straftaten, die nur Ausländer begehen können. Die Grenzkontrollen, die im vergangenen Jahr während der Gipfeltreffen in Deutschland und wegen der starken Zuwanderung stattgefunden haben, führten dazu, dass mehr illegal eingereiste Menschen registriert wurden. Das führte zum Zuwachs bei den „ausländerrechtlichen Verstößen“. Ohne diese Kategorie ist die Zahl der Straftaten auch im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge zurückgegangen.

Die Polizei registrierte in der Region zwischen Sebnitz und Altenberg sowie Schöna und Heidenau im vergangenen Jahr 17777 Straftaten. Das sind 2017 mehr als 2014. Fast 6130 davon sind „ausländerrechtliche Verstöße“, Diese Zahl hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Mehr als ein Drittel aller erfassten Straftaten waren solche, die ausschließlich Ausländer aufgrund ihrer Herkunft begehen konnten. Das bedeutet umgekehrt: Die „Allgemeine Kriminalität“ ist stark zurückgegangen. Sie sank von 13164 Fällen im Jahr 2014 auf 11650 im vergangenen Jahr. Diese Rückgang spiegelt sich unter anderem in der Statistik der Diebstahlsfälle wider. Die Zahl dieser Fälle sank um fast 25 Prozent von mehr als 5100 im Jahr 2014 auf 4322 im vergangenen Jahr. Schwerpunkt waren in beiden Jahren Diebstähle aus Geschäften und Kiosken (904 Fälle) vor Fahrraddiebstäben (450 Fälle). Auch in diesen zwei Bereichen sanken die Zahlen aber um je 20 Prozent, so die Polizei.

Im Landkreis Meißen ist die Zahl der Straftaten weniger deutlich als in Dresden (minus 7,7 Prozent) und im Süden des PD-Dienstgebietes gesunken. Minus 2,1 Prozent weist die Statistik aus, das entspricht 275 Fällen weniger als 2014. Alles in allem 12920 Taten stehen in der Statistik für das vergangene Jahr. Wie auch in den zwei anderen geografischen Regionen wird die Statistik von den Diebstahlsfällen angeführt. Sie machen im Landkreis Meißen 43,6 Prozent aller Taten aus. Diese Zahl lag im vergangenen Jahr entgegen dem bundesweiten Trend über dem statistischen Ergebnis aus 2014. Sie kletterte von 5576 Fällen auf 5633. Die Zahl der Diebstähle aus Wohnungen, die zu dieser Gesamtkategorie zählt, macht einen großen Anteil des Anstiegs aus. Sie kletterte allein um 29,8 Prozent auf 305 Fälle. „Die gestiegene Anzahl der Wohnungseinbrüche ist ein bundesweites Phänomen“, stellte dazu Polizeipräsident Horst Kretzschmar fest. Diese Taten „gehen einerseits auf das Konto organisierter osteuropäischer Banden, gleichzeitig sind sie auch eine Form von Beschaffungskriminalität“, so der Chef der PD Dresden.

Deutlich zugenommen hat im Landkreis Meißen auch die Gewaltkriminalität. Sie kletterte von 252 Fällen (2014) auf 298 Fälle (2015). Immerhin fast 80 Prozent dieser Taten konnten aufgeklärt und 310 Tatverdächtigen zugeordnet werden. Kretzschmar kündigte an, den gestiegenen Fallzahlen im Landkreis Meißen mit gezielterer Polizeiarbeit begegnen zu wollen. „Es kommt für uns darauf an, aktuelle Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und dann flexibel darauf zu reagieren“, ist der 56-Jährige überzeugt, der die Leitung der PD Dresden Anfang des Monats übernommen hat. „Flexibel heißt in dem Zusammenhang auch, Schwerpunkte neu definieren und Ressourcen verschieben.“ Was das konkret bedeuten könnte, ließ Kretzschmar noch offen.

Von Christoph Springer

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