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Leiche zerstückelt - Gimmlitztalmord muss neu aufgerollt werden

Urteil aufgehoben Leiche zerstückelt - Gimmlitztalmord muss neu aufgerollt werden

Der Prozess um den bizarren Fall eines Manns, der in Sachsen auf eigenes Verlangen zerstückelt wurde, muss noch einmal geführt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob die Verurteilung des angeklagten LKA-Beamten zu achteinhalb Jahren Haft mit einem am Mittwoch in Leipzig verkündeten Urteil auf.

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Der Angeklagte Detlev G. (r) wird am 01.04.2015 am Landgericht in Dresden (Sachsen) von zwei Mitarbeitern der Justiz in Handschellen zur Urteilsverkündung in den Gerichtssaal geführt.

Quelle: dpa/Archiv

Leipzig. Der Prozess um den bizarren Fall eines Manns, der in Sachsen auf eigenes Verlangen zerstückelt wurde, muss noch einmal geführt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob die Verurteilung des angeklagten LKA-Beamten zu achteinhalb Jahren Haft mit einem am Mittwoch in Leipzig verkündeten Urteil auf.

Das Landgericht Dresden hatte unter anderem auf Mord erkannt, aber gleichwohl keine lebenslange Haftstrafe verhängt, weil das 59-jährige Opfer den Wunsch hatte, vom Täter getötet und zerstückelt zu werden.

Laut BGH hatte das Landgericht nicht ausreichend geprüft, ob sich das Opfer nicht doch selbst durch Strangulieren getötet hatte, wie es der Angeklagte in dem Prozess behauptete. Sollte das Opfer  durch die Hand des Angeklagten umgekommen sein, sei dieser des Mordes schuldig und zu einer lebenslangen Haftstrafe zu verurteilen, so der BGH.

Der 57-jährige ehemalige Polizeibeamte Detlev G. und sein späteres Opfer, der 59-jährige Geschäftsmann Wojciech S., hatten sich über ein einschlägiges Internetforum kennengelernt und im November 2013 in G.s Haus im Gimmlitztal im Erzgebirge verabredet. In dem sogenannten Kannibalenforum äußerte S. in dem schriftlichen Dialog der beiden unter anderem den Wunsch, gleich nach dem ersten Treffen „geschlachtet“ zu werden.

Die Richterin zitierte auch aus einem von G. aufgenommenen Videofilm, in dem die Aussage fiel, „sein fleischiges Etwas“ werde lecker sein. Hinweise, dass es tatsächlich zu Kannibalismus kam, gab es aber nicht.

Der Angeklagte hatte in dem Verfahren ausgesagt, sein aus Hannover kommendes Opfer habe sich selbst erhängt. Dies war nach Auffassung des Landgerichts aber nicht sehr naheliegend. Außerdem habe der Angeklagte erst nach Rekonstruktion der Tat durch die Ermittler von einem Suizid seines Opfers gesprochen. Geständnisse am Ende einer solchen Anhörung seien nicht unbedingt sehr glaubwürdig, sagte die Richterin. Und schließlich sei auch in den gefundenen Chats nie von Suizidplänen die Rede gewesen. Eine Tötung auf Verlangen lag nach Auffassung des Gerichts nicht vor.  „Ganz sicherlich“ habe G. sein Opfer nicht aus Mitleid getötet.

DNN

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