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In Sachsen werden weniger Autos geklaut als 2012

In Sachsen werden weniger Autos geklaut als 2012

Der Auto-Klau ist seit Jahren ein Aufreger-Thema in Sachsen. Fast täglich sorgen Meldungen über gestohlene Fahrzeuge für Unmut, oft genug scheint die Polizei machtlos.

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Quelle: Stephan Lohse

Die aktuellen Zahlen aus der internen Kriminalstatistik belegen dies allerdings nur bedingt. Zwar bewegen sich die Werte weiter auf hohem Niveau, der Trend aber weist leicht nach unten. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2013 fast zwölf Prozent weniger Autos geklaut als im Vergleichszeitraum 2012.

Vor kurzem sorgte eine Nachricht für Aufsehen, die das Zeug hat, in die Geschichtsbücher der Ermittler einzugehen. Es geht um einen versuchten Auto-Klau direkt an der tschechischen Grenze, Ort des Geschehens ist das 3400 Einwohner große Neusalza-Spremberg. In der Gemeinde zwischen Bautzen und Zittau, so hieß es, hatten es die Auto-Diebe auf ein geparktes Wohnmobil abgesehen, doch die Tat ging jämmerlich daneben. Denn das Objekt der Begierde gehörte ausgerechnet dem ehemaligen Polizei-Chef der Gemeinde, der Ex-Beamte war zugegen. Er lag schlafend in seinem Wohnmobil - aus Sicherheitsgründen, wie er hinterher zu Protokoll gab.

Die vollständige Liste aller im Juli 2013 entwendeten Autos in Sachsen (PDF, 3,9 MB)

So kam es, wie es kommen musste. Das Fahrzeug ruckelte, der Ex-Polizeichef wurde wach. Am Ende suchten die verhinderten Diebe panisch das Weite. Zurück blieb ein verdutzter Pensionär, der Gesamtschaden aber war beträchtlich: 5000 Euro. Eine Boulevardzeitung titelte: „Das ist der Sachse, der mit seinem Wohnmobil geklaut wurde.“

Der gescheiterte Auto-Klau ist nur ein besonders kurioses Beispiel für die derzeitige Lage im Freistaat. Immer wieder machen Meldungen über Diebesbanden die Runde, und die gehen neuerdings auf ganz spezielle Art zu Werke. Für ihre Touren schauen sich die organisierten Trupps ganz offensichtlich in Parkhäusern nach Autos um - am Flughafen Leipzig zum Beispiel, auch im Dresdner Elbepark. Grund dürfte nicht zuletzt die Nähe zur Autobahn sein. Erst tricksen die spezialisierten Diebe die Wegfahrsperren aus, wenige Minuten später befindet sich der Kurierfahrer schon auf den Autobahnen 4 und 14.

Nicht nur an den Grenzen zu Polen oder Tschechien führt das zu Sorgenfalten, auch die Menschen Dresden oder Leipzig sind verunsichert. Das Gefühl, das sich breit macht, lautet: Geparkte Autos sind nicht sicher im Freistaat, es werde immer schlimmer. Diese „gefühlte“ Kriminalität entspricht allerdings nicht den realen Werten. Denn Fakt ist: Laut der internen Kriminalstatistik der sächsischen Polizei sind die Zahlen in der ersten Jahreshälfte 2013 gesunken - zwar leicht nur, aber immerhin. Demnach wurden in den ersten sechs Monaten landesweit exakt 1585 Autos entwendet, im ersten Halbjahr 2012 waren es noch 1797 - ein Rückgang um 11,8 Prozent (212 Fälle).

Mittelfristig allerdings ist die Lage weitaus weniger erfreulich. Denn die aktuellen Zahlen entsprechen weitgehend den Werten von 2010 und 2011, nur im vergangenen Jahr lagen sie darüber. Und noch etwas kommt hinzu: Der Schaden geht nach oben, der Wert der geklauten Autos steigt. Registrierte die Polizei im ersten Halbjahr 2012 noch einen Gesamtschaden von rund 16,4 Millionen, so lag dieser in aktuellen Halbjahr bereits bei 19,5 Millionen. Darüber hinaus wurden im Juli bereits wieder mehr Autos gestohlen, die Werte liegen sogar deutlich über denen von 2012.

Entsprechend kritisch sieht Hagen Husgen, der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Sachsen, die Lage. „Es gibt keinerlei Grund, euphorisch zu sein“, meint er. „Auch wenn die Kfz-Diebstähle im ersten Halbjahr leicht zurückgegangen sind, bewegen wir uns weiterhin auf sehr hohem Niveau.“ Dabei spart der GdP-Chef nicht mit Kritik an Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU). Der aktuelle Positiv-Trend dürfe nicht dafür herhalten, „den weiteren Personalabbau in der sächsischen Polizei schönzureden. Schönrednerei und öffentlichkeitswirksame Präsentationen werden sehr schnell von der Wirklichkeit eingeholt.“

Jürgen Kochinke

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