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Falsche Polizisten nehmen Radebeulerin fünf Kilo Gold und 200 000 Euro ab

Schlimmer Betrug Falsche Polizisten nehmen Radebeulerin fünf Kilo Gold und 200 000 Euro ab

Trickbetrüger, die sich als Polizisten ausgeben, haben Bundesbürgern seit Anfang 2015 mehr als 15 Millionen Euro abgenommen. Auch in Radebeul haben die Täter zugeschlagen. Dort büßte eine Seniorin auch Goldbarren ein.

Symbolfoto

Quelle: dpa-Zentralbild

Radebeul. Alles weg: 200 000 Euro und fünf Kilo Goldbarren. Eine Frau aus Radebeul ist im vergangenen Jahr dreisten Betrügern auf den Leim gegangen, die sich als Polizisten ausgegeben haben. Frau H., Jahrgang 1938, war viel zu gutgläubig. Im Oktober fand das Finale des Beutezugs statt, den die Betrüger von langer Hand vorbereitet hatten. H. übergab einem Boten 200 000 Euro in bar. Für den anderen Teil ihres Ersparten hatte sie zuvor Gold gekauft, exakt fünf Kilo. Die Übergabe sollte in Berlin stattfinden. H. glaubte den Anrufern, die sie eigentlich zum Papierkorb einer Gaststätte dirigieren wollten, damit sie das Geld dort deponiert. Sie fuhr selbst nach Berlin und wurde schließlich zu einer Tankstelle nahe der an diesem Tag geschlossenen Gaststätte geschickt. Dort schob sie es unter ein ADAC-Auto. So, wie es ihr am Telefon gesagt worden war. Minuten später waren die Goldbarren weg. Verschwunden auf Nimmerwiedersehen, wie auch die 200 000 Euro.

Die Frau ist auf eine kurdisch-libanesische Bande hereingefallen, weiß die Polizei inzwischen. Die Täter agieren von der Türkei aus, das Geld brauchen sie, um einerseits ihr Luxusleben zu finanzieren. Andererseits fließt es an die PKK und ISIS, berichtete Dirk Schmidtke von der Dresdner Polizei. Der Dresdner Ermittler hat bei der Aufklärung des Radebeuler Falls mit Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengearbeitet. Dabei konnte er auf Telefonverbindungsdaten zurückgreifen, die ihm die Polizei aus einem anderen Bundesland übermittelt hat. Die Überprüfung dieser Daten ergab: Der Täter aus Berlin war in Dresden, ist dann zurück in die Hauptstadt und dabei auch am späteren Übergabeort vorbeigefahren. Am 13. April war die Polizei schließlich so weit, in Berlin und einem anderen Bundesland Mitglieder der Bande stellen zu können. Vier Personen wurden festgenommen: darunter in Berlin eine deutsche Frau, der die Radebeulerin das Paket mit ihren 200 000 Euro übergeben hatte und ein Türke mit deutschem Pass. Dieser Mann hatte die Goldbarren der Frau abgeholt. Der Mann besaß eine scharfe Schusswaffe und eine kugelsichere Weste, wie sie auch die Polizei trägt. Die Täter sitzen hinter Gittern, haben zwar Angaben zu ihren Personalien gemacht, schweigen seitdem aber beharrlich, so Ermittler Dirk Schmidtke. Dennoch ist er überzeugt, dass sie zu der bundesweit agierenden Bande gehören.

Der Radebeuler Fall ist Teil eines neuen Kriminalitätskomplexes, der die Polizei seit etwa Anfang 2015 beschäftigt und nunmehr von einer zentralen Dienststelle bearbeitet wird, die die Beamten nicht nennen wollen. Aus Sicherheitsgründen, damit die Täter sich künftig nicht als Mitarbeiter dieser Dienststelle ausgeben können, vielleicht sogar Namen von echten Kollegen dieser Dienststelle nutzen. Denn so lief das Betrugsgeschäft bisher. Schmidtke und seine Kollegen, sind angetreten, dieser Bande das Handwerk zu legen. Das Geld der betrogenen Radebeulerin können sie indes nicht zurückholen. Sie musste sich mittlerweile aus ihrer Eigentumswohnung verabschieden und in eine preiswerte Mietwohnung ziehen, weiß der 47-jährige Ermittler. Immerhin: Anders als andere Opfer ist sie von den Betrügern nicht bis auf ihren letzten Cent ausgenommen worden.

Von Christoph Springer

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