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Erneut islamfeindliche Attacke auf Baugelände für Leipziger Moschee

"Mutti Merkel" Erneut islamfeindliche Attacke auf Baugelände für Leipziger Moschee

Unbekannte haben auf dem Baugelände einer Leipziger Moschee ein totes Schwein abgelegt. Auf dem Tier stand mit roter Farbe „Mutti Merkel“ geschrieben, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Polizei vermutet einen politisch motivierten Hintergrund.

Blick auf den Bauplatz im Stadtteil Gohlis. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Auf das Baugelände für die neue Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Leipzig ist am Mittwoch erneut ein Anschlag verübt worden. Wie Polizeisprecher Uwe Voigt gegenüber LVZ.de erklärte, fand ein Passant gegen 13 Uhr ein totes Ferkel in einem Busch, auf dem mit roter Farbe „Mutti Merkel“ geschrieben stand. Die Täter wurden nicht gesehen, es sei aber davon auszugehen, dass das Tier am Tag auf dem Gelände abgelegt wurde.

Inzwischen sei auch der Staatsschutz eingeschaltet worden. Die Ermittler gehen von einer politisch motivierten Tat aus, unter anderem gehe es auch um eine Beleidigung der Bundeskanzlerin, so Voigt weiter.

Die Ahmadiyya-Gemeinde selbst reagierte am Donnerstag gelassen auf den Anschlag. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Was die Täter sich erhoffen, wird nicht passieren: Das hat keine Auswirkungen auf den Bauprozess unserer Moschee“, sagte Sprecher Rashid Nawaz gegenüber LVZ.de. Für Diskussionen stehe die Gemeinde immer bereit, Gewalt und Anschläge seien aber nicht zu tolerieren.

Die Ahmadiyya plant, Anfang September mit dem Bau der Moschee zu beginnen. Etwa 700.000 Euro soll das Gebäude kosten: „Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten, die jetzt geregelt werden. Dann hoffen wir auf die endgültige Baugenehmigung“, sagte Nawaz. Zur feierlichen Grundsteinlegung werde dann auch das spirituelle Oberhaupt der Relegionsgemeinschaft, Mirza Masrur Ahmad, in der Messestadt erwartet.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) reagierte am Donnerstag bestürzt: "Eine ganze Religionsgemeinschaft zu beleidigen, zu verunglimpfen und zu schmähen ist kleingeistig und verabscheuenswürdig. Die allermeisten Muslime sind, wie die allermeisten Angehörigen anderer Religionen auch, friedliche Gläubige, die in ihrer Konfession Halt und Orientierung finden“, so der Sozialdemokrat.

Der Anschlag am Donnerstag war nicht die erste Attacke auf die geplante Ahmadiyya-Moschee in Leipzig. Im November 2013 spießten Unbekannte blutige Schweinsköpfe auf Pfähle entlang eines Trampelpfades, der damals über die Grünfläche führte und zündeten eine Mülltonne an. Diese Attacke löste bereits bundesweit Entsetzen aus. Zuvor gab es monatelang Hetze und Proteste im Stadtteil gegen die geplante Moschee, die von der rechtsextremen NPD angeführt wurden. Im April 2014 versuchte der damalige NPD-Politiker Alexander Kurth eine Petition gegen das Gebäude im Stadtrat zu übergeben, Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) verweigerte aber die Annahme. Befürworter des Baus sammelten derweil mehr als 6000 Unterschriften.

Matthias Puppe

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