Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Google+
Elf alte Fliegerbomben bei Rabenau entdeckt - Entschärfung für Dienstag geplant

Elf alte Fliegerbomben bei Rabenau entdeckt - Entschärfung für Dienstag geplant

Die Anwohner der östlichen Dippoldiswalder Heide insbesondere der Stadt Rabenau müssen sich auf einen turbulenten Tag einstellen. Innerhalb eines rund 3,5 Hektar großen Waldgeländes sind elf Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg gefunden worden.

Voriger Artikel
Maskierter überfällt Wettbüro in Bautzen - Mitarbeiter verletzt
Nächster Artikel
A4: Polizei stellt betrunkenen Geisterfahrer

Ein 250-Kilo-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg (Archivbild)

Quelle: dpa

Dienstag sollen sie im Laufe des Tages entschärft werden. Die Bundesstraße 170 und die Kreisstraße 9011 werden während des gesamten Einsatzes im Bereich der Heide gesperrt.

php6e43489010201311081546.jpg

Zuvor hatte die Polizei bereits jede Menge Munition gefunden - dabei wurden auch die Bomben entdeckt.

Zur Bildergalerie

„Nein, so viele Bomben habe ich noch nie auf einmal entschärfen müssen“, sagte Sachsens bekanntester Kampfmittelbeseitiger Thomas Lange am Freitag in Dresden und schüttelt mit dem Kopf. Die Polizei hat die Medien eingeladen, um über eine der größten Bombenentschärfungsaktionen in der Geschichte des Freistaates zu informieren. Die Nachrichtensperre galt bis heute morgen. Dies sei nötig gewesen, um zu verhindern, dass Waffensammler und Schaulustige bis zur eigentlichen Entschärfung in das Waldgebiet pilgern, so Polizeisprecher Thomas Geithner.

Die elf 250-Kilo--Sprengbomben wurden während einer Routine-Räumung des Waldstückes entdeckt. Im Frühjahr 1945 hatte sich hier eine deutsche Panzer-Division zurückgezogen und viel Munition, wie Sprenggranaten, Panzerfäuste und Patronen, hinterlassen.

Schnell meldeten sich Bürger bei den Kampfmittelbeseitigern und gaben Tipps, wo am ehesten alter Sprengstoff zu finden sei. Einer wies auf den Absturz von zwei B17-Bomber bei der letzten Bombardierung Dresdens am 17. April 1945 hin. Nach Kriegsende hatten er und andere Anwohner die Maschinen auseinandergebaut, um aus dem Metall Haushaltsgeräte herzustellen. Der Hobbyhistoriker war sogar im Besitz amerikanischer Dokumente, die den Absturz dokumentierten. Die Idee, dass auch Fliegerbomben im Wald liegen könnten kam ihm jahrzehntelang nicht.

Die Experten gingen den Hinweis des Mannes nach. Die Absturzstellen der Flugzeuge konnten ausfindig gemacht werden, wie auch die Bomben, die die Flieger kurz vor dem Bodenkontakt abgeworfen hatten. Die beiden Flugzeuge bekamen damals den Befehl, von 6000 auf 4000 Meter Flughöhe zu sinken, um das Ziel besser anpeilen und bombardieren zu können. Da die Bomber dabei miteinander kollidierten, konnten sie ihre tödliche Ladung nicht über Dresden abwerfen.

„Von den 14 Bomben des ersten Bombers sind nur drei explodiert. Die restlichen 11 werden am Dienstag nacheinander entschärft oder gesprengt. Mit den Bomben aus dem anderen Flugzeug setzen wir uns zu einem späteren Zeitpunkt auseinander“, sagt Lange und hofft, dass der Abwurf in einer niedrigen Höhe stattfand, so dass die Zünder noch nicht genug Zeit hatten, sich scharf zu stellen. Die Sprengstoffexperten der Polizei agieren in zwei Zweimanngruppen, die, um sich nicht gegenseitig zu gefährden, in einem möglichst großen Abstand voneinander arbeiten. „Einige Bomben liegen keine 400 Meter auseinander. Deshalb können wir nicht immer gleichzeitig entschärfen“, erklärt Lange die Unwegsamkeiten der groß angelegten Aktion.

Die Sprengstoffexperten müssen sich nicht nur gegenseitig, sondern auch die Bürger vor der gefährlichen Sprengkraft der Fliegerbomben schützen, so dass das Gebiet weiträumig abgesperrt wird. 55 Einwohner der Stadt Rabenau sowie ein Hotel und ein Campingplatz müssen evakuiert werden. 150 Polizeibeamte riegeln das Waldgebiet weiträumig ab.

Die Straßen B170 zwischen Oberhäslich und Karsdorf, S193 zwischen Karsdorf und Haferteich sowie K9011 zwischen Karsdorf und der K9012 werden am Dienstag ab 8 Uhr gesperrt und erst am nächsten morgen wieder freigegeben. Allen Eltern von Schülern, die mit der Linie 360 zwischen Dresden und Altenberg oder mit der Linie 348 zwischen Dippoldiswalde und Wilsdruff verkehren müssen, wird es freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Die genannten Schulbuslinien werden am Nachmittag ausfallen.

Die Stadt Rabenau hat ein Bürgertelefon eingerichtet: 0351/ 64 98 230

Hauke Heuer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Mitteldeutschland
  • Digital Abo

    "DNN Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, das Sie überall und rund um die Uhr nutzen können -... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr