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Durchwachsene Bilanz der Dresdner Zollfahndung: Mehr Ermittlungserfolge, aber auch mehr Delikte

Durchwachsene Bilanz der Dresdner Zollfahndung: Mehr Ermittlungserfolge, aber auch mehr Delikte

Dresden. Drogenhandel und Markenpiraterie hielten den Dresdner Zoll 2011 in Atem. Laut Bilanz vom Dienstag gab es mit 980 Fällen rund 30 Ermittlungsverfahren mehr als noch im Vorjahr. Demnach haben insbesondere Delikte im Zusammenhang mit Drogen und Plagiaten spürbar zugenommen.

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Anabolika stehen im Verdacht, Krebs auszulösen und zu schweren Organschäden zu führen. 50 Kilogramm konnten die Dresdner Zollfahnder 2011 sicher stellen.

Quelle: Jane Jannke

Ein Trend zum Rückgang sei derzeit nicht zu erkennen.

Mehr als 20.000 gefälschte Markenprodukte stellte der Zoll 2011 sicher (2010: 3.500). Die Zahl der Ermittlungsverfahren stieg im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent auf 76 Fälle (2010: 55). Gehandelt werden vor allem Markenbekleidung und Accessoires, aber zunehmend auch Elektronika sowie Zubehör. „Die Täter arbeiten meist organisiert und werden immer besser", erläuterte der zuständige Zollamtsrat Gerhard König. Dabei legten die Fälscher zunehmend Wert auf eine möglichst detailgetreue Optik, technische Qualität und Sicherheit ließen hingegen oft zu wünschen übrig. Für Kunden würde es so zunehmend schwieriger, das Original von der Fälschung zu unterscheiden.

Die Ware käme meist aus China und gehe dann aus Tschechien auf der Straße über die Grenze nach Deutschland und in andere europäische Länder, aber auch über Seehäfen wie Hamburg oder per Post über das Frachtdrehkreuz in Leipzig. „In China werden rund acht Prozent des Bruttoinlandproduktes durch Produktpiraterie erwirtschaftet", so König. In den Herstellerländern würden dadurch hingegen Arbeitsplätze und Existenzen vernichtet.

Während der Zigarettenschmuggel in den letzten Jahren stetig zurückging, kommt der Handel mit Drogen insbesondere entlang der tschechischen Grenze weiter in Schwung. 780 Kilogramm konnten die Zollfahnder 2011 ermitteln, darunter allein 700 Kilo Marihuana und 37 Kilo Heroin. Weitere 230 Kilogramm im Gesamtwert von über sieben Millionen Euro (2010: 600 Kg/5,3 Millionen Euro) wurden direkt vom Markt genommen, davon 80 Kilogramm Kokain und 41 Kilogramm Haschisch. Hinzu kamen 50 Kilogramm Anabolika.

Insbesondere die hochgefährliche Modedroge Crystal fällt den Beamten immer häufiger in die Hände - 13 Kilogramm waren es allein 2011 (2010: 12 Kilogramm). „Einen sprunghaften Anstieg verzeichnen wir vor allem seit Sommer 2010", so Zolloberamtsrat Christian Wüst. Seither hätten sowohl Fallzahlen, Mengen als auch die Qualität der geschmuggelten Ware zugenommen. Im Gegensatz dazu sank der Zigarettenschmuggel von 140 Millionen Stück 2010 auf 33 Millionen im vergangenen Jahr. Die Täter stammten in den meisten Fällen aus Vietnam, so Wüst. Insbesondere in der tschechischen Republik hätten sie aufgrund der unbefriedigenden Gesetzeslage sowie geringerer Wachsamkeit der Bevölkerung leichtes Spiel.

Insgesamt wurden 980 Verfahren gegen 1137 (2010: 1139) Tatverdächtige geführt, infolge derer Geldstrafen in Höhe von 220.000 Euro (2010: 130.000) sowie Gefängnisstrafen von 260 Jahren (2010: 219 Jahre) verhängt wurden. Des Weiteren wurde ein Steuerschaden durch nicht ausreichend oder unverzollte Waren in Höhe von rund 12 Millionen Euro aufgedeckt, im Jahr zuvor war es mit 32,5 Millionen noch beinahe dreimal so viel gewesen.

Jane Jannke

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