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Deutlich mehr Wohnungseinbrüche in Sachsen

Debatte um Sicherheit Deutlich mehr Wohnungseinbrüche in Sachsen

Sachsen sieht sich wie andere Bundesländer mit einer wachsenden Zahl von Wohnungseinbrüchen konfrontiert. Nach Angaben des Innenministeriums wurden 2015 über 4200 Einbrüche und damit etwa zehn Prozent mehr als 2014 registriert.

Quelle: dpa

Dresden. Sachsen sieht sich wie andere Bundesländer mit einer wachsenden Zahl von Wohnungseinbrüchen konfrontiert. Nach Angaben des Innenministeriums wurden 2015 über 4200 Einbrüche und damit etwa zehn Prozent mehr als 2014 registriert. Innenminister Markus Ulbig (CDU) sieht vor allem in der Beschaffungskriminalität von Drogenabhängigen einen Grund für den Anstieg. Zunehmend steckten aber auch organisierte Banden vor allem aus Südosteuropa dahinter.

Über die Entwicklung hatte am Donnerstag auch die „Sächsische Zeitung“ berichtet. „Diese Straftaten sind zunehmend ein deutschlandweites Problem. Nicht nur was den materiellen Schaden anbetrifft, sondern vor allem menschlich“, sagte Ulbig. Denn jeder Wohnungseinbruch sei ein empfindlicher Eingriff in die Privatsphäre, deshalb litten die Opfer oft noch Monate oder Jahre darunter. Im Landtag lösten die Zahlen unterschiedliche Reaktionen aus. Einig waren sich die Parteien in ihrer Sorge über diese Entwicklung.

Die Linken verwiesen darauf, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche schon seit mehr als 15 Jahren in die Höhe geht - bei einer sinkenden Aufklärungsquote. 2001 seien noch knapp 39 Prozent dieser Straftaten aufgeklärt worden, 2014 nur noch 22,5 Prozent. Linke-Innenpolitiker Enrico Stange führte das auch auf Personalabbau bei der Polizei zurück. Die Zusammenarbeit und der Datenaustausch mit Behörden in Polen und Tschechien seien nur ein Baustein. Ebenso wichtig sei es, den Kontrolldruck auf die Täter zu erhöhen - zum Beispiel durch mehr Streifen in stark belasteten Gebieten.

Ähnlich äußerte sich Grünen-Innenexperte Valentin Lippmann: „Den Anstieg der Wohnungseinbrüche in Sachsen kann sich der Innenminister ans Revers heften. Wer die Polizei so ausdünnt, muss sich darüber nicht wundern.“ Die grenzüberschreitende Kooperation sei richtig, aber nicht die wichtigste Antwort. Die müsse lauten: Mehr qualifizierte Polizisten.

CDU-Innenpolitiker Christian Hartmann verlangte unter anderem ein Länder übergreifendes Vorgehen gegen die „Einbruchs-Mafia“. Nötig sei eine Koordinierungsstelle beim Landeskriminalamt, die einen intensiven Informationsaustausch zwischen dem Bundes- und den einzelnen Landeskriminalämtern herstellen müsse: „So können länderübergreifend Informationen gesammelt, abgeglichen und ausgewertet werden, um Bandenstrukturen besser erkennen und die Ermittlungen gezielter koordinieren zu können.“

Albrecht Pallas von der SPD empfahl, das Problem an den Wurzeln zu bekämpfen: „Nur wenn durch gestärkte Präventionsarbeit weniger Menschen von Drogen abhängig werden oder bleiben, lässt sich hier eine Verbesserung erreichen.“ Für andere Kriminalitätsphänomene gelte das ebenso: „Für die Polizei gilt: eine bessere Präsenz in Wohngebieten kann das Sicherheitsgefühl der Menschen stärken. Um Einbruchskriminalität aber wirksam zu bekämpfen, sollte die kriminalistische Arbeit gestärkt werden.“ Wie Hartmann appellierte auch Pallas an die Bürger, ihre Wohnungen besser zu schützen.

Die AfD konzentrierte ihre Kritik auf ausländische Straftäter: „Wenn Einbrecher auf frischer Tat oder kurz danach gefasst werden, die noch dazu Asylbewerber sind, müssen diese sofort verhaftet und ein beschleunigtes Asylverfahren mit dem Ziel der unmittelbaren Abschiebung durchgeführt werden“, betonte die Abgeordnete Kirsten Muster.

dpa

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