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Clausnitz: Video zeigt rabiates Vorgehen der Polizei gegen Flüchtlingskind

Massive Kritik Clausnitz: Video zeigt rabiates Vorgehen der Polizei gegen Flüchtlingskind

Ein Bundespolizist packt einen Jungen am Hals und schleift ihm unter dem Gejohle eines ausländerfeindlichen Mobs aus einem Bus. Zu sehen ist die Szene einem Video, welches nach den Vorfällen im sächsischen Clausnitz veröffentlicht wurde. Erneut gerät auch der Einsatz der Polizei Sachsen in die Kritik.

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Diese Szene aus einem Facebook-Video zeigt den Beamten, welcher das Kind kurz darauf rabiat aus dem Bus schleift.

Quelle: Screenshot

Leipzig. Nach dem bundesweiten Entsetzen über die ausländerfeindlichen Vorfälle im sächsischen Clausnitz, ziehen nun auch die Polizisten massive Kritik auf sich. Am Freitag tauchte ein zweites Video auf, das den Einsatz der Beamten bei der Aktion in ein Zwielicht taucht und einen brutalen Zugriff zeigt. Ein etwa zehn bis zwölf Jahre alter Junge wird von einem Polizisten im Würgegriff aus dem Bus gezerrt, draußen johlt die Menge. Der Beamte war einer von sechs Bundespolizisten vor Ort, bestätigte ein Sprecher der Bundespolizei am Freitag. Ob an den Mann zuvor Weisung seitens der Einsatzleitung der Landespolizei erging, stand am Abend noch nicht fest.

Nachdem der Vorfall bundesweit publik wurde, reagierte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU): „Ich habe mir das Video angesehen. Die Bilder sprechen ihre Sprache.“ Das Ministerium werde den Einsatz der Polizeidirektion Chemnitz mit allen Beteiligten umgehend auswerten: „Erst dann können wir Konsequenzen ziehen.“ Die Polizei Sachsen erklärte über ihren Facebook-Account, dass sie den Vorfall genau prüfen werde. Unter diesem Beitrag brach sich eine Welle teils aufgebrachter Kommentare bahn. Die Nutzer forderten Aufklärung und konsequente Ahndung des Fehlverhaltens von Beamten.

Grüne: Durchgreifen gegen Polizisten bei Fehlverhalten

Valentin Lippmann, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen im Landtag, bezeichnete das Vorgehen der Polizei auf Anfrage der LVZ als unerträglich: „Das ist ein Skandal.“ Die zuständige Polizeidirektion Chemnitz müsse sich umgehend zu den Vorfällen erklären. Lippmann forderte bei einem Fehlverhalten des Beamten oder der Einsatzleitung ein konsequentes Durchgreifen. „Wir können es uns in der gegenwärtig aufgeheizten Situation nicht leisten, dass Bundespolizei und Landespolizei in Verruf geraten.“ Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass Polizisten unverhältnismäßig gegen Flüchtlinge vorgehen, während pöbelnde Rassisten Beifall klatschen. Sachsens Grünen-Chef Jürgen Kasek kündigte an, eine Anzeige gegen die Beamten wegen Körperverletzung im Amt prüfen zu wollen.

Im osterzgebirgischen Rechenberg-Bienenmühle hatten rund 100 aufgebrachte Demonstranten am Donnerstagabend versucht, die Ankunft der ersten Bewohner in einer neuen Asyl-Einrichtung zu verhindern. Erst nach Stunden konnten die Flüchtlinge, darunter Frauen und Kinder, zu ihrer Unterkunft gebracht werden. Nach Angaben der Polizei hatten die Gegner der Unterkunft die Straße zum Heim mit drei Autos blockiert. Erst nach etwa zwei Stunden seien die Wagen entfernt worden.

Sachsens Polizei fällt immer wieder negativ auf

Die Polizei in Sachsen kam in der Vergangenheit wiederholt in Verruf. Bei den rechtsextremen Ausschreitungen in Heidenau im Sommer gelang es den Beamten an mehreren Tagen nicht, die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Auch am Rande von Pegida- und Legida-Demonstranten kam es unter den Augen der Polizisten wiederholt zu Übergriffen. Sensible Daten der Polizei gelangten am Jahrestag der Legida-Kundgebungen bei der NPD. Auch scheinen  enge Kontakte zwischen NPD-Mitgliedern und einigen Beamten zu bestehen, wie geleakte Handydaten zeigen. Kritiker bemängeln, dass weder Sachsens Polizeipräsident Jürgen Georgi noch Sachsens Innenminister Markus Ulbig bislang Konsequenzen gezogen haben.

joka mit dpa

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