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Betriebe in Grenzregion sehen sich durch Kriminalität bedroht - Zahlen in Sachsen rückläufig

Betriebe in Grenzregion sehen sich durch Kriminalität bedroht - Zahlen in Sachsen rückläufig

In den Grenzregionen Südbrandenburgs und Ostsachsens fühlen sich die Betriebe zunehmend von Kriminalität bedroht. In Südbrandenburg beurteilt mittlerweile die Hälfte der Handwerksbetriebe die Sicherheitslage als schlecht, in Ostsachsen sind es 40 Prozent, wie aus einer am Dienstag vorgelegten gemeinsamen Umfrage der Handwerkskammern (HWK) Cottbus und Dresden hervorgeht.

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Weit mehr als die Hälfte der Betriebe beklagen eine zu geringe Polizeipräsenz.

Quelle: Stephan Lohse

Während die Zahl der Straftaten in den brandenburgischen Gemeinden entlang der polnischen Grenze im vergangenen Jahr laut Polizei tatsächlich um fast zehn Prozent gestiegen ist, weist die Kriminalstatistik für Sachsen einen Rückgang der Grenzkriminalität aus, wenn man Pass- und Einreisevergehen herausnimmt. Weit mehr als die Hälfte der Betriebe beklagen eine zu geringe Polizeipräsenz (Brandenburg: 68 Prozent, Sachsen: 58 Prozent). Besonders negativ wird die Lage in den Landkreisen Spree-Neiße und Görlitz sowie in der Stadt Cottbus eingeschätzt. 

Als größte Probleme werden Diebstähle und Einbrüche genannt. Knapp die Hälfte der an der Umfrage beteiligten brandenburgischen Firmen waren im vergangenen Jahr von Kriminalität betroffen, manche mehrfach. 140 Unternehmen meldeten einen Schaden von 2,17 Millionen Euro - ein Anstieg um fast 700.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Folgeschäden wie Produktionsausfälle sind darin noch gar nicht enthalten. Im Kammerbezirk Dresden stieg der gemeldete Schaden mit 1,44 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr dagegen nur gering.

„Es geht um große wirtschaftliche Schäden und damit um Arbeitsplätze und um die Existenz von Unternehmen“, warnte Peter Dreißig, Präsident der HWK Cottbus. Man erkenne an, dass sich Politik und Polizei des Themas annähmen, meinte sein Dresdner Kollege Jörg Dittrich. „Das tut auch Not, denn Angst vor Kriminalität ist ein Standortnachteil.“ Die Kammern forderten von Politik und Polizei unter anderem eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie mehr Richter und Staatsanwälte, um die Gerichte zu entlasten und Verfahren zu beschleunigen. Außerdem müsse das Problem der Rauschgiftkriminalität stärker als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden.

Die Zahl der Straftaten in den 24 unmittelbar an der Grenze zu Polen gelegenen brandenburgischen Gemeinden war im Jahr 2013 um 1933 Fälle auf insgesamt 22.184 gestiegen. Nach einem Rückgang 2012 war das ein Plus von 9,5 Prozent. In den 47 sächsischen Gemeinden mit Außengrenze wurden 2013 insgesamt 23.523 Straftaten registriert, darunter 2769 ausländerrechtliche Verstöße etwa gegen Aufenthalts-, Asyl- und EU-Freizügigkeitsgesetze. Nimmt man diese heraus, ging die Zahl der Kriminalfälle um 4,3 Prozent zurück.

dpa

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