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Arnsdorf: Männer fesseln kranken Flüchtling mit Kabelbindern

Vorfall im Supermarkt Arnsdorf: Männer fesseln kranken Flüchtling mit Kabelbindern

Anderthalb Wochen nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit einem Flüchtling in einem Supermarkt in Arnsdorf (Landkreis Bautzen) sucht die Polizei nach Zeugen.

Anderthalb Wochen nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit einem Flüchtling in einem Supermarkt in Arnsdorf (Landkreis Bautzen) sucht die Polizei nach Zeugen.

Quelle: dpa

Görlitz. Anderthalb Wochen nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit einem Flüchtling in einem Supermarkt in Arnsdorf (Landkreis Bautzen) sucht die Polizei nach Zeugen. Der Iraker soll den Angaben zufolge Mitarbeiter des Geschäftes mit einer Flasche bedroht haben, nachdem es ihm wegen Sprachschwierigkeiten mehrfach nicht gelungen war, eine angeblich nicht funktionierende Telefonkarte zu reklamieren. Wegen des Problems sei er bereits zuvor schon mehrfach in der Filiale aufgetaucht. Daraufhin erschienen mehrere den Beamten noch unbekannte Männer in dem Markt, überwältigten den 21 Jahre alten Flüchtling und fesselten ihn mit Kabelbindern an einen Baum, wie die Polizei in Görlitz am Mittwoch mitteilte.

Handyaufnahmen von dem Vorfall im Laden sorgte in sozialen Netzwerken für Diskussionen. „Das Video ist insbesondere in asylkritischen Foren zu finden und wurde von einer unbekannten Sprecherin mit dem Begriff "Bürgerwehr" in Verbindung gebracht“, so die Polizei. Die Aufnahmen zeigen die Übergriffe auf den Iraker im Laden. Es endet, als die Männer mit ihrem Opfer den Discounter verlassen. Die Ermittlungen erfolgten in enger Abstimmung mit dem Staatsschutz.

Gegen den Flüchtling, der den Angaben zufolge Patient einer nahegelegenen psychiatrischen Fachklinik ist, werde wegen Bedrohung ermittelt. Der Verdacht gegen die mindestens drei Männer laute auf Freiheitsberaubung. Zeugen, die etwas zur Identität der Verdächtigen sagen können, wurden gebeten, sich zu melden.

Laut Medienberichten kenne man im Ort aber mindestens einen der Beteiligten: Der "Sächsischen Zeitung" zufolge handelt es sich um ein CDU-Gemeinderatsmitglied, das sich im vergangenen Jahr auch um den Bürgermeisterposten bewarb. Auf den Vorfall angesprochen, habe dieser lediglich gesagt: "Wir haben Zivilcourage gezeigt und hätten das bei jedem anderen ebenfalls getan. Auch wenn es ein Deutscher gewesen wäre."

DNN

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Dem sächsischen CDU-Gemeinderat Detlef Oelsner, der mit drei anderen Männern einen Flüchtling an einen Baum gebunden hat, droht der Parteiausschluss. „Wir wollen eine Entschuldigung von ihm haben, eine öffentliche“, sagte der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Arnsdorf-Fischbach.

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