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Angst vor Grenzkriminalität im Dreiländereck zu Polen und Tschechien

Angst vor Grenzkriminalität im Dreiländereck zu Polen und Tschechien

"Gestohlen wird hier alles", sagt Christian Kretschmar. Der pensionierte Arzt, der in Ebersbach an der sächsisch-tschechischen Grenze wohnt, hat 1991 eine Bürgerinitiative für Grenzsicherheit im Dreiländereck gegründet.

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Polizisten kontrollieren an der deutsch-polnischen Grenze bei Bautzen Fahrzeuge während eines Großeinsatzes gegen Autoschieber.

Quelle: Arno Burgi, dpa

Dresden/Bautzen. Das Gefühl von Unsicherheit stelle sich einfach durch die Realität ein, meint er. Seit Ende 2007 habe die Kriminalität völlig neue Ausmaße angenommen, etwa beim Diebstahl von Autos, Baumaschinen oder Buntmetall.

Damals wurden die Kontrollen an den Grenzen abgeschafft, nachdem Polen und Tschechien dem Schengen-Abkommen beigetreten waren. Seither können die Menschen ungehindert ins andere Land wechseln - auch Kriminelle. "Es ist schlimmer geworden", sagt Kretschmar. Und er ist mit dieser Einschätzung nicht allein: Im Jahr 10 nach der EU-Osterweiterung verschanzen sich im Grenzgebiet Firmen hinter hohen Zäunen, Privatleute vergittern ihre Fenster und schützen sich mit Alarmanlagen. Die gefühlte Unsicherheit ist greifbar, auch wenn die Zahlen der Kriminalitätsstatistik eine andere Sprache sprechen. Ohne ausländerrechtliche Verstöße wie illegale Einreise gingen die Fälle allgemeiner Kriminalität entlang der sächsischen Außengrenzen 2013 um 4,3 Prozent auf knapp 21 000 zurück. Sie lagen damit unter den Werten von 2007, also vor Wegfall der Grenzkontrollen.

"Ich denke, das ist eine wichtige Botschaft", unterstrich Innenminister Markus Ulbig (CDU) bei der Präsentation der Zahlen. An der Grenze zu Tschechien sank die Kriminalität gemessen am Vorjahr sogar um knapp acht Prozent. "Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist gut angelaufen und zeigt Erfolge", resümierte Ulbig. Die Arbeit der gemeinsamen Fahndungsgruppen "Elbe" und "Neiße" werde weiter intensiviert. Grundlage dafür soll auch ein neues Polizeiabkommen zwischen Berlin und Warschau sein, das nach jahrelangen Verhandlungen nun wohl fertig ist. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte in einem Interview die Unterzeichnung noch für den Mai an. Die beiden größten Kriminalitätsprobleme sind der Kfz-Diebstahl und der Schmuggel der zerstörerischen Modedroge Crystal.

Während die Kfz-Diebstähle 2013 in ganz Sachsen um gut zehn Prozent zurückgingen, wurden im Grenzgebiet mehr Autos geklaut. Entlang der polnischen Grenze nahmen die Diebstähle sogar um 17 Prozent auf 324 Fälle zu. Crystal wird vor allem aus Tschechien nach Sachsen geschmuggelt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.04.2014

Anett Böttger und Martin Fische

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