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Zwischen Jubel und Enttäuschung: Die Wahlpartys der beiden großen Kontrahenten

Zwischen Jubel und Enttäuschung: Die Wahlpartys der beiden großen Kontrahenten

17.50 Uhr: Schloss Eckberg, der Ort der Wahlparty von Dirk Hilbert. Während sich seine Frau Su Yeon unter die Gäste mischt, sitzt Hilbert mit seinen engsten Vertrauten in der Bibliothek des Hauptgebäudes vor einem Bildschirm.

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Quelle: dpa

17.50 Uhr: Schloss Eckberg, der Ort der Wahlparty von Dirk Hilbert. Während sich seine Frau Su Yeon unter die Gäste mischt, sitzt Hilbert mit seinen engsten Vertrauten in der Bibliothek des Hauptgebäudes vor einem Bildschirm. Einige sind sehr nervös, während sich Hilbert völlig in sich zurückzieht, wie eine Teilnehmerin der Runde schildert.

18.10 Uhr: Restaurant Maximus. Die Wählervereinigung Gemeinsam für Dresden, SPD, Grüne, Linke und Piraten wollen hier ihre Kandidatin Eva-Maria Stange feiern. Die SPD-Politikerin fehlt noch. Karl-Siegbert Rehberg, Kopf der Wählervereinigung, sagt schon mal vorsorglich. "Wir haben die richtige Kandidatin aufgestellt". Selbst wenn die Ergebnisse so sein sollten, wie sie die "Phantasieempirie" eines Professor Donsbach verhergesagt habe. Der TU-Kommunikationswissenschaftler hatte für eine DNN-Umfrage 36 Prozent für Stange und 47 Prozent für Hilbert als Stimmungsbild vor der Wahl erfragt, bei 16 Prozent Unentschlossenen. Über die Methode schüttelt Rehberg nur mit dem Kopf: "Gut gefühlt, würde ich sagen."

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Die Dresdner haben gewählt: Dirk Hilbert ist neuer Oberbürgermeister, Eva-Maria Stange verlor im zweiten Wahlgang am Ende deutlich.

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18.34 Uhr: Jürgen Schwarz, Vorsitzender des Vereins "Unabhängige Bürger für Dresden", der Hilbert unterstützt hat, eröffnet auf der Schlossterrasse die Wahlparty. "Vielleicht sollten wir ihn bemitleiden, dass er Oberbürgermeister sein muss in dieser Konstellation mit einem rot-grün-roten Stadtrat?", witztelt der Vereinsvorsitzende. Hilbert liegt bei der Auszählung der einzelnen Wahlbezirke vorn, sicher ist aber nichts.

18.42 Uhr: Annekatrin Klepsch, Stadtchefin der Linken, lobt die Kandidatin. "Egal wie es ausgeht." Der Wahlkampf habe Grüne, SPD, Linke und Piraten zusammengebracht. Eine gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit, findet Klepsch. "Wenn es so bleibt, werden wir faire Verlierer sein", spricht SPD-Stadtchef Christian Avenarius als erster das Unausweichliche aus. An den Sieg glaubt keiner mehr.

18.52 Uhr: Es sind so viele Bezirke ausgezählt, dass nur ein Erdrutsch Hilberts Wahlsieg noch verhindern kann. Der neue OB betritt unter den Klängen von "We are the Champions" die Bühne und hält seine erste Rede als neuer Oberbürgermeister. "Ich bin mir der hohen Verantwortung bewusst, die diesem Amt innewohnt", erklärt er und wendet sich direkt an die unterlegene Bewerberin Eva-Maria Stange: "Sie hat meinen höchsten Respekt für ihr Engagement und den fairen Umfang miteinander. Ich bedanke mich auch bei ihren Wählern dafür, dass sie sich an dem demokratischen Prozess beteiligt haben und lade sie ein, unsere Stadt mit zu gestalten."

19.20 Uhr: Der neue Oberbürgermeister muss eine Vielzahl an Interviews geben. Dabei kündigt er eine Werbetour für Dresden durch Deutschland an. "Ich will in vielen Regionen mit den Menschen über Pegida ins Gespräch kommen und ihnen zeigen, was für eine tolle Stadt Dresden ist." Hilbert will schon nächste Woche Gespräche über die sechs Beigeordneten führen, die nächste Woche gewählt werden. "Sieben Jahre sind eine lange Zeit. Ich will, dass die besten Bewerber gewählt werden." Er werde persönlich Kandidaten zum Gespräch einladen, kündigte Hilbert an.

19.22 Uhr: Eva-Maria Stange trifft bei ihren Unterstützern ein, es gibt viel Beifall. Kurz vor der Live-Schaltung eines Fernsehsenders reicht ihr Ehemann Bernd ein Smartphone mit dem aktuellsten Ergebnisstand. Da ist fast alles ausgezählt, auch die als eher links eingeschätzte Innenstadt. Zehn Punkte Rückstand blieben. Sollte sich das bestätigen, sagt Stange da, werde sie Hilbert gratulieren. Die Basis klatschte tapfer. SPD-Landeschef Martin Dulig umarmt Stange, die auch seine Stellvertreterin ist.

19.35 Uhr: Stange steht alleine auf dem Podium. Die Zahlen auf der Leinwand hinter ihr sind längst überholt, besser ist das Ergebnis nicht geworden. Sie bedankt sich bei allen Helfern, nach und nach holt sie viele auf die Bühne. Enttäuschung wird weggeklatscht und weggelacht.

19.40 Uhr: Alt-Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Schulbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) gratulieren dem Wahlsieger. Den Gästen merkt man die Auswirkungen der sommerlichen Hitze und des langen Wahlkampfes an. Partystimmung kommt kaum auf, es sieht aus, als wenn die Gäste an einer Niederlage zu kauen hätten. Was für die vielen CDU-Stadträte und -Mitglieder wohl auch zutrifft.

Thomas Baumann-Hartwig und Ingolf Pleil

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