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Zwei sächsische CDU-Männer auf den Spuren der AfD

Krah und Krauß nutzen Flüchtlingsthema für sich Zwei sächsische CDU-Männer auf den Spuren der AfD

Bis zum Wahltermin dauert es noch rund eineinhalb Jahre, dennoch laufen sich die ersten Kandidaten für die Bundestagswahl 2017 warm. Interessant wird es vor allem in Dresden sowie rund um Aue/Schwarzenberg, wo zwei Jungchristdemokraten mächtig Druck machen, um ins Bundesparlament zu kommen.

Dresden. Bis zum Wahltermin dauert es zwar noch rund eineinhalb Jahre, dennoch laufen sich derzeit in Sachsen die ersten Kandidaten für die Bundestagswahl 2017 warm. Interessant wird es vor allem in Dresden sowie rund um Aue/Schwarzenberg, wo zwei Jungchristdemokraten mächtig Druck machen, um ins Bundesparlament zu kommen. Maximilian Krah heißt der eine, Alexander Krauß der andere. Beiden gemeinsam ist, dass sie mit rechtspopulistischen Parolen zu punkten versuchen – und natürlich mit dem Reizthema Asyl.

Dabei hat der Dresdner Krah ein Auge auf den Wahlkreis von Andreas Lämmel geworfen. Der brave Ingenieur sitzt seit über zehn Jahren im Bundestag und würde gern noch eine weitere Legislatur nach 2017 dranhängen. Wie bereits vor vier, fünf Jahren dürfte Krah Lämmel auch diesmal Konkurrenz machen. Beim letzten Mal scheiterte der ehrgeizige Rechtsanwalt, die entscheidenden Nominierungsrunden werden voraussichtlich im Herbst stattfinden. Dabei ist sich Krah nicht zu schade, auch heikles Terrain nach dem Vorbild der AfD zu betreten. Mal wettert er gegen den „Refugees-Welcome-Wahnsinn“, mal kommentiert er auf Facebook einen dubiosen Interneteintrag zum Thema „Götterdämmerung“. Kostprobe: Indirekt exekutiere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) „den letzten Willendes Führers, das Verschwinden der Deutschen“, heißt es darin. Der Kommentar von Krah dazu lautet: „Ich habe zwar noch nie einen NS-Vergleich gewählt, aber der ist zu erwägenswert, ihn zu unterschlagen.“ Damit hat der Anwalt im Dresdner CDU-Kreisverband für einigen Wirbel gesorgt. In den Vorstand ist er dennoch gewählt worden – wenn auch nur äußerst knapp.

Demgegenüber sitzt Alexander Krauß schon fester im CDU-Sattel. Seit 2004 ist der Christdemokrat Landtagsabgeordneter und nebenbei Landesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA). Außerdem hat Krauß einen entscheidenden Vorteil: Günter Baumann, der bisher für die CDU aus dem Erzgebirge im Bundestag sitzt, ist zum Wahltermin 70 Jahre alt und dürfte nicht erneut antreten. In diese Lücke könnte nun aber Krauß stoßen, und im Vorfeld bedient er sich dabei aus demselben rechtspopulistischen Arsenal wie der Dresdner Krah.

Immer wieder sorgt Krauß mit markigen Sprüche – „Asylbewerber ohne Ausweis in den Knast“ – für Furore in Sachsen. Ganz offenbar will der aus Schwarzenberg stammende Politiker auf diesem Wege beim Wahlvolk punkten, und bei den Delegierten auf CDU-Kreisebene natürlich auch. Denn die sind es, die im Herbst ihren Kandidaten für die Bundestagswahlaufstellen. Dabei gibt Krauß betont den Hardliner: So vertritt er nicht nur die alte These, dass zwei Drittel aller Asylbewerber Wirtschaftsflüchtlinge seien, er wird auch richtig scharf: „Da muss man harte Bandagen anlegen“, meint er. „Wer Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen will, kann das gern privat tun.“

Ob Krah oder Krauß mit ihrem Populismus ankommen, wird sich erst noch zeigen. In jedem Fall aber sorgen beide derzeit für reichlich Wirbel in der sächsischen Union – und für Kopfschütteln bei all jenen, denen ihre Sprüche dann doch zu weit gehen.

Von Jürgen Kochinke

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